Die Twitter-Pannenserie bei Olympia

Publishing Bei den Olympischen Spielen ist der Kurznachrichtendienst Twitter in aller Munde. Selten haben Sportler soviel getwittert wie bei Olympia 2012. Für Twitter ist das einerseits ein gewaltiger PR-Coup. Für die twitternden Athleten birgt die Twitterei aber auch Gefahren. So gab es bereits einige Twitter-Skandälchen wegen rassistischer, gefälschter oderkritischer Tweets. Jüngster Fall: Die kurzzeitige Sperrung des Twitter-Kontos eines britischen Journalisten. Olympia-Twittereien können Tücken haben.

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Der Journalist des britischen Independent, Guy Adams, hatte sich bei Twitter kritisch über die Olympia-Berichterstattung des us-amerikanischen Senders NBC geäußert und bei Twitter die Mailadresse des zuständigen NBC-Managers Gary Zenkel veröffentlicht. NBC beschwerte sich und Twitter wertete die Veröffentlichung der Mailadresse als Verstoß gegen die Nutzerbedingungen. Die Folge: Adams‘ Twitter-Konto wurde gesperrt. Die Sperrung löste unter dem Stichwort #NBCFail einen Sturm von Zensurvorwürfen bei Twitter aus. Der Kurznachrichtendienst schaltete Adams’ Konto daraufhin wieder frei und entschuldigte sich.

Der Schweizer Fußballer Michel Morganella wurde wegen eines Tweets vom Schweizer Olympia-Team suspendiert. Nachdem die Schweizer Fußballmannschaft 1:2 gegen Südkorea verloren hatte, twitterte Morganella laut mehreren Schweizer Zeitungen, die Südkoreaner seinen eine “Bande von geistig Behinderten”. Morganella hat sich dafür mittlerweile entschuldigt, sein Twitter-Konto wurde geschlossen.

Ein rassistischer Tweet wurde der griechischen Dreispringerin Paraskevi Papachristou noch vor dem Start der Olympischen Spiele zum Verhängnis. Papachristou hat getwittert: "Mit so vielen Afrikanern in Griechenland werden die Mücken aus dem West-Nil essen wie zu Hause." Das war eine Anspielung darauf, dass in Athen mehrere Menschen nach Mückenstichen am West-Nil-Fieber gestorben waren. Die Sportlerin entschuldigte sich bei Facebook, ihr Tweet seit ein “unglücklicher, geschmackloser Witz” gewesen. Sie habe niemanden beleidigen wollen. Sie wurde trotzdem von der Teilnahme an den Spielen ausgeschlossen, ihr Twitter-Konto gelöscht.

Ohne eigene Schuld hatte auch die deutsche Hockeyspielerin und Fahnenträgerin Natascha Keller Ärger wegen Twitter. Ein griechischer Sportjournalist soll einen angeblichen Tweet Kellers verbreitet haben, den sie aber gar nicht geschrieben hatte. Keller habe angeblich getwittert: “Das Olympia-Dorf ist nun voller barfüßiger griechischer Sportler. Sobald wir sie sehen, stellen wir uns blöd, weil wir Angst davor haben, dass sie uns um Kredit bitten”. Keller hatte den Tweet zwar gar nicht selbst verfasst, trotzdem brach über ihren Twitter-Account ein Sturm an Entrüstung und Reaktionen ein, so dass auch ihr Twitter-Konto abgeschaltet wurde.

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