Alan Posener veralbert Prantl in der Welt

Publishing Wer den Schaden hat … Die szenischen Rekonstruktion einer Küchenszene mit Verfassungsrichter Andreas Voßkuhle in einem Seite-Drei-Porträt könnte SZ-Autor Heribert Prantl noch eine Weile verfolgen. Bei Welt.de hat Alan Posener jetzt ein Stück veröffentlicht, in dem er Prantl und sein Voßkuhle-Porträt ordentlich auf die Schippe nimmt. In “Auf ein Gulasch mit Heribert Prantl” schreibt er - rein fiktiv natürlich - wie der SZ-Mann zu Hause in der Küche werkelt.

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Dabei ist der Posener-Text bei Welt.de ein fast identischer Nachbau der Prantl’schen Beschreibungen der Küchenszenen bei Andreas Voßkuhle. Zitat Posener: “Man muss erleben, wie er ein großes Essen vorbereitet. Gulasch mit Klößen zum Beispiel. Bei Prantls setzt man sich nicht an die gedeckte Tafel und wartet, was aufgetragen wird. Eine Einladung beim legendären Leitartikler, dem "dritten Senat" des Bundesverfassungsgerichts, wie Altbundeskanzler Gerhard Schröder – ‘Acker’, wie er unter Freunden heißt – den Journalisten einmal in vertrauter Runde genannt hat, beginnt in der rustikalen Küche.”

Im Original bei Prantl hieß es: “Man muss erleben, wie er ein großes Essen vorbereitet. Bei Voßkuhles setzt man sich nicht an die gedeckte Tafel und wartet, was aufgetragen wird. (…) Der eine Gast putzt die Pilze, der andere die Bohnen, der dritte wäscht den Salat. Jeder hat seinen Part, jeder hat was zu schnippeln, zu sieden und zu kochen, jeder etwas zu reden. Voßkuhle selbst rührt das Dressing. Man ahnt, wie er als oberster Richter agiert."

Posener hält Prantl in seinem Text den Spiegel vor: “Es geht um richtigen Journalismus: "Was fehlt, ist die Ethik. Verantwortung. Moral." Prantl hantiert mit der Teflon-Pfanne – "scharf anbraten ist das Geheimnis" – und löscht das Fleisch mit einer Soße aus Rotwein und Rechthaberei. Man ahnt, wie er als Mitglied der Chefredaktion und Autor der Süddeutschen Zeitung agiert.”

Am Ende bekommt dann auch noch der Spiegel kurz sein Fett weg, wenn Posener in einem Schlenker noch das Pfistergate anklingen lässt – jene Sache, als Spiegel-Autor René Pfister seinen Henri Nannen Preis wegen einer szenischen Rekonstruktion von Horst Seehofers Modellbahn-Keller wieder aberkannt bekam. Schließlich schreibt Posener spitz, dass Chefredaktion und Rechtsabteilung Wert darauf legten, dass der Autor nur gleichnishaft schreibe. “Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind, wie beim Qualitätsjournalismus üblich, rein zufällig.” Wie gesagt: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Da muss Heribert Prantl jetzt wohl durch.

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