Acht Gold-Fakten zum Deutschland-Achter

Fernsehen Der Deutschland-Achter ist nach seinem Gold-Rennen bei den Olympischen Spielen von London der absolute neue Medien-Liebling. In einem atemberaubenden Rennen auf dem Dorney Lake in der Grafschaft Buckinghamshire triumphierte das deutsche Kult-Boot und verwies Kanada und Großbritannien auf die Ränge zwei und drei. Was macht den Mythos des Deutschland-Achters aus? MEEDIA erklärt die acht Gold-Fakten zum Deutschland-Achter.

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1. Die Historie

1959 gewinnt der Deutschland-Achter zum dritten Mal hintereinander die Europameisterschaften. 1960 in Rom holt das Boot erstmals Gold bei den Olympischen Spielen in Rom. Dieses erste Olympia-Gold begründete den Mythos des Deutschland-Achters. Es folgten weitere vier Europa-, mehrere Weltmeistertitel und Goldmedaillen bei Olympischen Spielen 1968 in Mexico City und 1988 in Seoul. Bei den Olympischen Spielen in Barcelona 1992 holte der Achter die Silbermedaille. Vor dem Gold-Triumph von London hatte der aktuelle Deutschland-Achter 35 Siege in Folge eingefahren. Nach diesem Erfolg trennt sich die aktuelle Mannschaft. Künftig werden andere Ruderer die Geschichte des Deutschland-Achters weiterschreiben.

2. Der Trainer

Der aktuelle Trainer des Deutschland-Achter, Ralf Holtmeyer, ist fast so legendär wie das Boot selbst. 1988 holte er mit dem Deutschland-Achter die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von Seoul. Es folgten fünf Weltmeisterschaftstitel in Folge. Im Jahr 2000 geriet der Deutschland-Achter unter der Führung Holtmeyers in eine Krise und verfehlte die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Sydney. Im Jahr 2001 musste Holtmeyer den Trainerposten für den Männer-Achter abgeben und trainierte ab dann den Frauen-Achter. Nachdem die Olympischen Spiele 2008 in Peking für den Deutschen Ruderverband nicht optimal lief, wurde Holtmeyer zurückgeholt. Mit gnadenloser Härte (“Jeder ist ersetzbar.” “Harmonie braucht kein Mensch.”) brachte er den Deutschland Achter zu alter Form und holte mit dem legendären Boot in London nun die vierte Goldmedaille.

3. Das Training

Seit Herbst 2011 trainierte der Deutschland-Achter im Ruderstützpunkt Dortmund-Deusen auf Hochtouren. Die knüppelharten Einheiten begannen jeden Morgen um 8 Uhr mit zweimal zwölf Kilometern auf dem Ems-Kanal. Dann eine Pause, danach noch einmal 20 Kilometer. Nach der Mittagspause ging es wieder aufs Wasser, noch einmal zwölf Kilometer Rudern zum Runterkommen. Der Deutschland-Achter kommt so auf rund 7.500 Ruderkilometer pro Jahr.

4. Die Ruderer

20 Ruderer sind im Kader, rudern dürfen im Wettkampf nur acht. Das Auswahlverfahren ist gnadenlos: Nur die besten Athleten dürfen sich die Seele aus dem Leib rudern. Beim Rudern im Deutschland-Achter ist Gardemaß Pflicht. Die Ruderer sind allesamt Hünen, fast alle über 1,90 Meter groß und über 90 Kilo schwer. Der dickste Brocken ist Lukas Müller mit 2,08 Meter Körpergröße und einem Gewicht von 102 Kilo.

5. Der Steuermann

Gegen die Ruderer ist Steuermann Martin Sauer ein Fliegengewicht mit 1,69 Metern und 55 Kilo Körpergewicht. Er behält während des Rennens die anderen Boote im Blick, gibt über eine Kommunikationsanlage Kommandos und Schlagzahl vor. Abseits des Rennens ist Steuermann Sauer die Schnittstelle zwischen Ruder-Team und Trainer. Wenn es Knatsch gibt, vermittelt er.

6. Das Rennen

Das Gold-Rennen des Deutschland Achters von London war an Dramatik kaum zu überbieten. Lange Zeit ruderte das deutsche Kult-Boot Nase an Nase mit den Erz-Konkurrenten aus Großbritannien. Der Kommentator der ZDF-Übertragung überschlug sich schon vor dem Startschuss: “In wenigen Minuten wird der Dorney Lake brennen.” In den Interviews nach dem Rennen erklärten die Ruder-Helden, dass sie nicht damit gerechnet hatten, dass ihre Widersacher von der Insel derart stark wären. Auch der Gegenwind machte dem Achter zu schaffen. Am Ende hatten die Briten ihre Kräfte überschätzt und fielen zurück. Der Deutschland-Achter holte souverän Gold. Silber ging an Kanada und für Großbritannien reichte es am Ende nur für Bronze.

7. Das Boot

Der Deutschland-Achter ist 17,5 Meter lang, 0,85 Meter breit und wiegt satte 96 Kilogramm (ungefähr so viel wie ein Ruderer). Das Kommunikationssystem im Boot für die Kommunikation zwischen Steuermann und Ruderern wiegt noch einmal 1,4 Kilogramm extra. Das Boot ist aus Karbon und kostet 36.000 Euro. Die maximale Geschwindigkeit des Deutschland-Achters liegt bei rund 25 km/h. Über die gesamte Strecke liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei rund 23 km/h. Beim 2.000 Meter Rennen absolviert der Deutschland-Achter im Durchschnitt 220 Schläge. Der Deutschland-Achter schaffte das Gold-Rennen in London in einer Zeit von 5:48,75 Minuten. Die Bestzeit des Deutschland-Achters liegt bei 5:21,85 Minuten (2006 bei der Weltmeisterschaft in Eton). Der aktuelle Weltrekord wird von den USA gehalten und liegt bei 5:19,85 Minuten.

8. Das Geld

Die Mitglieder des Deutschland-Achters gehören nicht zu den Großverdienern der Sportwelt – im Gegenteil. Im Stern erklärte Achter-Ruderer Andreas Kuffner, dass er vergangenes Jahr von einem Studienkredit und 450 Euro pro Monat Sporthilfe lebte. Vielleicht winkt nach dem Gold-Triumph von London aber nun ein lukrativer Werbevertrag.

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