Stampfs früher Tod für Sender „ein Schock“

Fernsehen Mit Bestürzung haben Senderverantwortliche von RTL und RTL II auf den frühen Tod des TV-Produzenten und früheren Bild- und Bunte-Journalisten Günter Stampf reagiert. Der gebürtige Österreicher war im Alter von nur 43 Jahren "überraschend gestorben", wie seine Firma Stampfwerk am Montag mitteilte. Das Unternehmen hatte vor zwei Wochen Insolvenz anmelden müssen, weil einige Aufträge nicht wie geplant realisiert werden konnten. Stampf galt als Experte für Scripted Reality-Formate.

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Der Mediendienst Quotenmeter.de zitiert RTL II-Programmchef Holger Andersen mit den Worten: "Sein Tod ist ein Schock, Günter Stampf war ein außerordentlich engagierter Fernsehmacher, der die TV-Branche und auch RTL II mit seinen Produktionen über Jahre bereichert hat." RTL-Sprecher erklärte gegenüber dem Branchendienst, die Sender-Spitze sei "zutiefst bestürzt". Die Kölner verdanken dem Kreativen den Quotenrenner "Die Schulermittler", der in diesem Sommer bereits in die fünfte Staffel geht. Bei RTL II zeichnet Stampf mit seiner Produktionsfirma für Erfolgsformaate wie "Megaman" oder "Boat of Love" verantwortlich.
Doch trotz aller Erfolge und Ideen hatte der umtriebige Produzent zuletzt zu lange auf Verträge für weitere Sendungsproduktionen warten müssen. Die Folge war die Insolvenz seiner Firma mit Sitz an der Reeperbahn, die Stampf Anfang Juli anmelden musste. Doch auch danach gab er sich kämpferisch, erklärte gegenüber Quotenmeter.de: "Wir lieben Fernsehen und werden weiterhin alles geben um Formate zum Erfolg zu führen." Gegenüber dem Mediendienst DWDL sagte Stampf am 12. Juli zu seiner Insolvenz: "Wir haben permanent Projekte angeschoben und mit bestimmten Formaten gerechnet, die in unsere Planungen eingeflossen sind. Die sind nun aber leider verschoben worden oder kommen gar nicht mehr zum Tragen." Der 43-Jährige zollte dabei seinen Auftraggebern Respekt: "Ich bedanke mich in diesem Zusammenhang bei Senderverantwortlichen, die uns Mut zugesprochen und Unterstützung zugesichert haben."
Vor diesem Hintergrund kam die Meldung vom Tod des Firmengründers völlig überraschend. Die lautete: "Am Samstag, den 28.07.2012 ist Günter Stampf, Geschäftsführer der Stampfwerk Medienproduktions- und vermarktungs GmbH überraschend im Alter von 43 Jahren aus dem Leben geschieden."
Der am 28. August 1968 im österreichischen Neunkirchen geborene Medienunternehmer war ein in der Medienszene ein Senkrechtstarter. Schon mit 17 war er Zeitungsredakteur, mit 20 bereits Musikchef bei Österreichs führendem Jugendmagazin Rennbahn Express. Vier Jahre später wechselte er als Lifestyle-Redakteur nach Deutschland zu Burdas Bunte, 1993 wurde er als Chefreporter der Bildzeitung geheuert. Danach folgten zwei Jahre als Vize-Redaktionsleiter von Thomas Gottschalk ( "Late Night Show") und damit die erste Station im TV-Business. Nie hielt es ihn länger als ein, zwei Jahre, und so wechselte er danach nochmals in die Chefredaktionen von Bunte und ORF. Das änderte sich erst 2001, als der da erst 33-Jährige sein Unternehmen Stampfwerk gründete, das er bis zuletzt führte. Günter Stampf hinterlässt Frau und zwei Kinder.

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