Müde Facebook-Show unserer Olympioniken

Publishing Social Media ist bei den Olympischen Spielen in London allgegenwärtig. Internationale Topstars wie US-Schwimmer Michael Phelps oder der jamaikanische Sprinter-König Usain Bolt haben viele Millionen Fans bei Facebook und sind aktiv bei Twitter. Bei den deutschen Olympia-Athleten wirken die Social-Media-Aktivitäten dagegen schlapp - wenn es überhaupt ein Profil bei Facebook oder Twitter gibt. MEEDIA zeigt, wo die deutsche Olympioniken im Social Web Nachholbedarf haben.

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Usain Bolt hat über sieben Millionen Fans bei Facebook, US-Schwimmstar Michael Phelps über fünf Millionen. Von solchen Zahlen können deutsche Olympiateilnehmer nur träumen. Deutschlands männlicher Top-Schwimmer Paul Biedermann versammelt bei Facebook gerade mal über 6.000 Fans, sein jüngster Eintrag stammt vom 24. Juli, noch vor der Eröffnung der Spiele. Ein gut gepflegtes Profil sieht anders aus. Immerhin ist Paul Biedermann auch bei Twitter unterwegs (rund 1.800 Follower) und man erfährt dort u.a., dass der Schwimmer gerne Metallica hört.

Biedermanns Freundin, die Top-Schwimmerin Britta Steffen, sucht man bei Twitter vergeblich, bei Facebook kommt sie auf etwas über 2.000 Fans. Ähnlich trist sieht es bei den meisten deutschen Olympioniken aus. Social Media wird offenbar eher als Pflichtveranstaltung wahrgenommen – wenn überhaupt.

Der viel gepriesene Deutschland Achter verfügt über eine eigene Website mit Blog. Das “Blog” entpuppt sich als schnöde Einbindung der Meldungen der Facebook-Seite des Deutschland Achters, die immerhin regelmäßig gepflegt wird und auf etwas über 2.000 Fans kommt. Für die kultige Ruderer-Truppe ein schwaches Ergebnis. Die Mitglieder des Achters sind als Einzelpersonen, von zwei Ausnahmen abgesehen (Kristof Wilke und Andreas Kuffner), gar nicht im Social Network zu finden.

Zahlreiche, durchaus prominente, deutsche Sportler, wie etwa Fahnenträgerin Natascha Keller vom deutschen Hockey-Team, zeigen sich eher Social-Media abstinent. Natascha Keller hat eine private Facebook-Seite mit etwas über 900 Freunden und gerade mal einem öffentlichen Pinnwandeintrag (“Grüße aus London”). Ihr Twitter-Profil wurde vom Netz genommen, nachdem ein griechischer Journalist ihr falsche, diffamierende Aussagen unterstellt hatte. Hochspringerin Ariane Friedrich, die bei Facebook und Twitter mal sehr aktiv war, hat ihre Social-Media-Aktivtäten nach der Affäre um einen Cyber-Stalker eingestellt.
Beim Deutschen Olympia Sportbund ist die Social-Media-Müdigkeit der deutschen Athleten noch nicht angekommen. Der DOSB versucht, mit einem “Social Hub” und eigenen Twitter-Hashtags (#WirfuerD) das Thema Social Media bei diesen Olympischen Spielen zu besetzen, scheitert aber an der Realität. Die meisten Sportler ziehen einfach (noch) nicht mit. 
Die Social-Media-Goldmedaille für deutsche Athleten erhält der Tischtennisspieler Timo Boll mit immerhin über 55.000 Fans bei Facebook und knapp 4.000 Twitter-Followern. Der Bedarf bei Fans wäre da. Für den Gewichtheber Matthias Steiner haben Fans gleich zwei Facebook-Seiten erstellt, die trotz trister Inhalte immerhin mehrere tausend Fans eingesammelt haben. Das deutsche Beachvolleyballerinnen-Team Laura Ludwig und Sara Goller hat eine gemeinsame Twitter-Präsenz, die ein brasilianischer Fanclub (!) erstellt hat und pflegt. Die Fans sind im Netz aktiv – nun müssen die Sportler nur noch das Potenzial erkennen und nutzen. Dabeisein ist alles.

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