Spox-Relaunch: von Allem zu viel

Publishing Bislang überzeugte Spox.com als kompaktes Sportportal, dass neben Fußball eine große Affinität zum US-Sport zeigte. Pünktlich zum Start der Olympischen Spiele in London haben sich die Münchner – die passenderweise seit Ende 2011 im Besitz einer britischen Firma sind – einem kompletten optischen Relaunch unterzogen. Das Ergebnis überzeugt nur bedingt, denn die Seite büßte einiges ihrer bisherigen Kompaktheit ein.

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Bislang überzeugte Spox.com als kompaktes Sportportal, dass neben Fußball eine große Affinität zum US-Sport zeigte. Pünktlich zum Start der Olympischen Spiele in London haben sich die Münchner – die passenderweise seit Ende 2011 im Besitz einer britischen Firma sind – einem kompletten optischen Relaunch unterzogen. Das Ergebnis überzeugt nur bedingt, denn die Seite büßte einiges ihrer bisherigen Kompaktheit ein.

Die neue Seite von Spox.com

Eine der großen Stärken von Spox.com war es bislang gewesen, dass man die wichtigsten Sport-Nachrichten schnell auf einen Blick erfassen konnte. Es gab eine kleine Top-Story-Bühne, auf der vier Aufmacher-Geschichten rotierten. Zudem war am rechten Rand ein Kasten platziert, der die wichtigsten weiteren Meldungen auf einen Blick zeigte. Dieser kleine Kasten ist nun Geschichte, damit leider auch eines der Alleinstellungsmerkmale. Denn er informierte wirklich fix.
Für Schnell-Surfer, die nur kurz wissen, ob etwas passiert ist, sind die rotierenden Aufmacher-Bühnen eh schon ein graus. Denn es dauert immer eine gefühlte Ewigkeit, bis die nächste Story kommt. Andererseits sticht der Vorteil dieser Präsentationsform ins Auge: Ein Portal mit solche einer Aufmacher-Präsentation kann auf eine wesentlich stärkere optische Opulenz setzen. Die neue 11Freunde-Seite ist hierfür ein gutes Beispiel.
Es steht also optische Opulenz gegen schnelle Information. Was bei 11Freunde mit seiner weniger aktuellen, dafür aber hintergründigeren Berichterstattung überzeugt, ist für ein Info-Portal wie Spox eher suboptimal. Die einzelnen Nachrichten sind jetzt in viel zu vielen unterschiedlichen Stellen versteckt.
Anstatt nur einen Info-Kasten, hat jetzt „jedes der großen sieben Bildthemen seine eigene rechte Spalte“, erklärt Oliver Wittenburg (Mitglied der Chefredaktion) in seinem Editorial zum Relaunch. „So nennen wir den schwarz unterlegten Kasten neben dem großen Foto“. Jetzt gibt es immer zu jeden Thema einen weiteren Kasten mit News. Für Leute mit empfindlichen Bändern im Grundgelenk des rechten Zeigefingers eine kolossale Erleichterung“, preist Wittenburg die Änderung.
Der optische Umbau beweist allerdings den festen Willen von Spox noch stärker als Generalist wahrgenommen zu werden, der jede Sportart abdecken kann. Zudem stagniert das Portal beim Traffic. Im Juni 2011 zählte die IVW für Spox.com 15.253.281 Vistis. Zwölf Monate später liegt dieser Wert immer bei 15.377.155. Vor allem im Internet haftet einer Traffic-Stagnation immer der Makel eines gefühlten Rückschrittes an.
Als weiteren Grund für den Relaunch nennt das Editorial, dass die Redaktion jetzt endlich „von dem Dilemma befreit“ sei zu entscheiden, welche Storys man größer bringen muss und welche nicht. „Wir machen jetzt einfach alles auf einmal!“. Hoffentlich machen es sich die Münchner damit nicht zu einfach.

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