Reddit und Co.: die Mütter aller Web-Hypes

Publishing Wir alle kennen sie, die Bilder und Videos, die in den sozialen Netzwerken massenhaft kommentiert, geliked und geteilt werden. Die “viral” gehen. Aber wo kommen diese Inhalte eigentlich her? Was ist der Ursprung der Web-Hypes, der sogenannten “Memes”? In den vergangenen Tagen tauchte in der Diskussion mehrmals das Portal Reddit auf, für ungeübte Nutzer auf den ersten Blick ein Wust an Bildern und Texten. Aber es gibt noch mehr. MEEDIA dokumentiert die vier Quellen solcher Web-Hypes.

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Reddit
Wer Reddit das erste Mal aufruft und sich ein wenig durch die Inhalte klickt, der dürfte vorschnell an der Zurechnungsfähigkeit seiner Nutzer zweifeln. Ordnung sucht man hier vergebens. Hier reihen sich Bilder an Artikel an lose Gedanken an Videos. Vielleicht macht gerade das den Reiz von Reddit aus. Das Portal lässt sich nicht abstempeln und dient seinen Nutzern so auf mannigfaltige Weise. Wer sich nur unterhalten will, kommt hier auf seine Kosten. Wer diskutieren will, findet eine lebhafte Community mit rund 30 Millionen Mitgliedern vor. Und wer auf dem Laufenden sein will, der konnte zuletzt nach dem Massaker bei der Batman-Premiere in Aurora, Colorado, im Minutentakt kurarierte Informationen bekommen. Nicht aus Sensationsgier, sondern zum Wohl der Allgemeinheit, so scheint es, waren auf Reddit jede Menge hochaktueller News nachzulesen – von einem 18-Jährigen in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen.

Damit war das Portal Nachrichtenagenturen und Redaktionen zeitweise einen Schritt voraus. Nutzer haben die Möglichkeit, Inhalte auf der Übersichtsseite hoch- oder runterzuwählen. Beliebte Themen, das kann von wissenschaftlichen Artikel bis zu Nonsens-Videos alles sein, schaffen es dann meist umgehend in die sozialen Netzwerke, von wo aus sie weitaus schneller weiterverteilt werden.

4Chan
Dieses Portal ist wohl so etwas wie die Anarcho-Urmutter aller Web-Portale. Anonym darf hier jeder fast alles posten. Nicht umsonst gilt 4Chan als die Quell der Anonymous-Bewegung und ist eine der meistbesuchten Webseiten weltweit. Mit vielen Kategorien, in denen Nutzer vorrangig Bilder posten und miteinander teilen: Selbstgezeichnetes, Frauen, Pornographie, Waffen, Autos. Man merkt schon: Der typische 4Chan-User ist jung und männlich. Weil das sogenannte Imageboard so groß ist, ist es neben allerlei grenzwertigen Einträge auch ein Quelle für virale Inhalte. Wie bei Reddit gilt: Was hier heftig diskutiert und geteilt wird, das schwappt auch auf die “normalen” Netzwerke über.

Eine Meme, das immer wieder für Verwirrung sorgt und von 4Chan vor Jahren erfolgreich eingeführt wurde, ist Pedobear – ein Comicbär, der auf Bildern als pädophiler Kinderschreck auftritt. Wie peinlich das für Unwissende sein kann, zeigte die jüngste Werbepanne von Kit-Kat, die mit einem Tier warben, das dem Pedobear zum Verwechseln ähnlich sei. Hohn und Spott waren vorprogrammiert.

9Gag
Die Webseite ist per se keine direkte Quelle von Hypes, sondern aggregiert diese vielmehr in einem frühen Stadium. Hier tauchen Bilder von “Batman”-Darsteller Christian Bale auf, wie er Opfer des Aurora-Unglücks besucht.  Meist handelt es sich um humorvolle Fotos, Zeichnungen und Videos. Wer denkt, hier finden sich nur US-Inhalte wieder, liegt falsch. Sogar “Die Geissens” haben es mit einer unklugen Bemerkung über das Alter der Akropolis auf die beliebte Webseite geschafft.

Buzzfeed
So anarchisch wie die Quellen der Hypes und Memes, so chaotisch, schnell und unverblümt ist auch die Berichterstattung darüber. Buzzfeed bildet da keine Ausnahme. Hier verschwimmen teilweise die Grenzen zwischen Berichterstattung und dem reinen Wiedergeben von Hypes gepaart mit dem Unterfüttern bestehener Hypes. So informiert das Portal über den Auszug von Schauspieler Robert Pattinson ebenso wie über einen jüngst anberaumten Clown-Kongress und zeigt darunter Katzen, die sich auf einem Bettlaken kabbeln.

Was lernen wir daraus? In Zeiten, in denen das weltgrößte Social Network Facebook über 900 Millionen Nutzer zählt, können sich anarchisch anmutenden Foren immer noch behaupten. Mehr als das: Sie sind ein permanenter Quell neuer Hypes, die zwar ohne die Größe von Facebook nicht funktionieren würden, aufgrund der starken Reglementierung von Inhalten, wie jüngst im Fall des gelöschen Zeit-Magazin-Covers zu sehen, nie ihren Ursprung im weltgrößten Netzwerk haben könnten.

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