Kein neuer Rekord für Olympia-Eröffnung

Fernsehen Viereinhalb Stunden feierten die Briten, dass die Olympischen Spiele in diesem Jahr nach London gekommen sind – und 7,66 Mio. deutsche Zuschauer sahen im ZDF zu. Damit kann die diesjährige Eröffnungsfeier nicht an den Erfolg der vergangenen Spiele anknüpfen. Der Zuschauerrekord stammt nach wie vor aus dem Jahr 2004, als die Eröffnung in Athen mitten in der deutschen Primetime lief und 12,92 Mio. Zuschauer interessierte. Der Tagessieg in beiden Zielgruppen war der viereinhalbstündigen Feier dennoch sicher.

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Der Freitag im Gesamtpublikum:
Die von Oscar-Preisträger Danny Boyle verantwortete Eröffnung mit zahlreichen Starauftritten, Gags und Referenzen an die britische (Pop-)Kultur war mit Abstand die meistgesehene Sendung am Freitag, auch wenn die Zahlen erstaunlicherweise nicht an die Eröffnung aus Peking heranreichen. Vor vier Jahren sahen hierzulande nämlich insgesamt 7,71 Mio. Zuschauer ab 3 Jahren den Start im so genannten "Birds Nest". Allerdings lief die Feier 2008 wegen der Zeitverschiebung zur nicht gerade fernsehfreundlichen Zeit ab 13 Uhr. Der Marktanteil betrug damals 52,4 %. Am Freitagabend verzeichnete das ZDF ab 21.30 Uhr immerhin 43,5 % – und war damit dann doch ziemlich nah dran an Athen, wo die fast 13 Mio. im Jahr 2004 für 46,9 % reichten.
Zumindest fürs ZDF ging der Abend schon vorher gut los: Die meistgesehene Sendung vom Freitag ist – nach Olympia – "Ein Fall für zwei" mit 4,33 Mio. und 18,5 % Marktanteil. Es folgen das "heute journal" unmittelbar vor der Eröffnung (4,04 Mio.), die "Tagesschau" im Ersten (3,27 Mio.) und der ARD-Film "Was heißt hier Oma!", den ab viertel nach acht 3,16 Mio. Zuschauer sehen wollten. Der "Polizeiruf" mit dem schönen Titel "Gurkenkönigin" musste sich nachher mit 1,41 Mio. zufrieden geben. Beim Konkurrenten RTL war einmal mehr "RTL aktuell" die erfolgreichste Sendung des Tages (2,74 Mio.), mit der Wiederholung seiner 100. "Ultimativen Chart Show" kam der Sender über knapp vier Stunden Sendezeit auf durchschnittlich auf 2,12 Mio. und 9,1 %. Bei Pro Sieben sahen 1,73 Mio. "Die Festung" mit Robert Redford.
Sonst kann Vox anfangs noch mit 1,5 und 1,52 Mio. für "CSI: Miami" mithalten und liegt damit klar vor Sat.1, das sich am Abend ganz und gar auf "Pastewka" verließ. Mit 0,98 Mio. fiel der Start ab viertel nach acht ziemlich schwach aus, immerhin brachte ein leichter Aufschwung ab viertel vor neun noch 1,23 Mio. – danach war’s aber aus mit dem Schwung. RTL II gewinnt 0,85 Mio. für den Scifi-Film "Timeline", Kabel 1 war ab 21.15 Uhr mit 0,93 Mio. für "Body of Proof" am erfolgreichsten.

Der Freitag bei den 14- bis 49-Jährigen:
Mit 2,27 Mio. und einem Marktanteil von 32,5 % war die Olympia-Eröffnung auch im jungen Publikum ein Hit – und übertrumpft zumindest in absoluten Zahlen auch die aus Peking, die vor vier Jahren am Mittag 1,83 Mio. eingeschaltet hatten. Bei den anderen Sendern lief die "Ultimative Chartshow" auf RTL noch am besten: 1,3 Mio reichten aber lediglich für 15,2 %. Pro Sieben schafft’s, sich zu "GZSZ" zu drängeln, weil Robert Redfords "Die Festung" genau wie die RTL-Soap 1,2 Mio. eingeschaltet hatten. Bei den Marktanteilen sieht’s naturgemäß anders aus: 19,0 % für "GZSZ", und ab viertel nach acht sehr ordentliche 13,9 % für Pro Sieben, das sich damit bestens gegen Olympia behauptet. Jedenfalls bis "Extreme Rage" ab 23 Uhr bei 8,9 % landet.
Sat.1 wird am Samstagmorgen feststellen, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, am Freitagabend mit dem großen Comedy-Schlussverkauf ins Rennen zu gehen. Sechs Folgen "Pastewka" zeigte der Sender am Stück, und die Marktanteile lagen bei wenig berauschenden 8,1 %, 8,9 %, 8,8 % und 8,6 %, um ab 22.10 Uhr schließlich auf 6,8 und 6,1 abzustürzen. "Sechserpack" kam danach noch auf 5,1 und 7,1 %. "Ein Fall für zwei" im Zweiten schalteten 0,57 Mio. (7,2 %) ein. 5,0 % waren für "Was heißt hier Oma!" im Ersten drin (0,41 Mio.). 
Bei den kleineren Sendern kann RTL II mit 6,6 % für "Timeline" halbwegs zufrieden sein. Immerhin musste sich Kabel 1 zur gleichen Zeit mit 4,9 % und 5,2 % für "Castle" und "Body of Proof" begnügen. Richtig übel sah’s danach für "Medium" und "Cold Case" aus, die bei 3,3 % und 2,0 % Marktanteil in der jungen Zielgruppe landeten. Bei Vox ergibt sich im Laufe des Abends ebenfalls ein deutlicher Abwärtstrend nach 8,0 % und 7,2 % für "CSI: Miami", weil "CSI: Den Tätern auf der Spur" nachher nicht über 6,0 % und 5,2 % hinauskommt.

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