MA: herbe Verluste für die Regionalzeitungen

Publishing Die Alarmglocken dürften bei einigen Regionalzeitungs-Verlagen heute noch lauter schrillen als sonst: Laut der neuesten Zahlen der ma Tageszeitungen verlor die große Mehrheit der regionalen Titel Leser, erschreckend viele sogar mehr als 10% in nur einem Jahr. Zu den wenigen Gewinnern gehören beispielsweise die sh:z aus Schleswig-Holstein und die Märkische Allgemeine. Bei den Überregionalen gewannen unterdessen Bild, Süddeutsche und Welt - FR und FTD büßten hingegen mehr als 10% ein.

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Beginnen wir unseren Blick auf die Leserzahlen der Tageszeitungen gleich bei den überregionalen Titeln: Drei Gewinner stehen hier fünf Verlierern gegenüber. Immerhin: Bild, Süddeutsche Zeitung und Die Welt (inklusive Welt kompakt) stemmten sich gegen den Trend und gewannen 1,4% bis 5,0% gegenüber der ma 2011 hinzu. Drastisch nach unten ging es hier hingegen vor allem für die Frankfurter Rundschau und die Financial Times Deutschland, die jeweils mehr als 10% ihrer Leser verloren, auch das Handelsblatt gehört zu den deutlichen Absteigern. Die Süddeutsche Zeitung baut ihren Vorsprung auf die anderen seriösen überregionalen Blätter dank des Wachstums weiter aus.

Auch bei den regionalen Kaufzeitungen überwiegen die Absteiger: Vier Titel büßten Leser gegenüber 2011 ein, drei konnten welche hinzu gewinnen. Besonders deutlich nach unten ging es hier für den Express und die Abendzeitung, denen jeweils mehr als 10% ihrer Leserschaft abhanden ging. Deutlich gewachsen ist hingegen sensationellerweise die B.Z. aus Berlin. Sensationellerweise deswegen, weil die verkaufte Auflage des Blattes gerade erst um 9% gegenüber dem Vorjahr zurück ging. Eine Tatsache, die die Zahlen der MA wieder einmal zum Diskussionsstoff werden lässt.

Bei den regionalen Abozeitungen gibt es unterdessen viele rote Zahlen. Dass die Leserzahlen der Blätter zurück gehen, ist keine neue Erkenntnis. Die neuesten Daten erreichen in ihrer Dramatik bei vielen Titeln aber eine neue Eskalationsstufe. So verloren unter den größten Zeitungen und Vermarktungsgemeinschaften gleich 12 mehr als 10% ihrer Leserschaft – in nur einem Jahr.

Im ersten Teil unserer alphabetischen Übersicht sieht es vor allem für die Braunschweiger Zeitung, die Mitteldeutsche Zeitung und die Westdeutsche Zeitung schlimm aus – hier liegen die Verluste sogar über der 15%-Marke. Die Zeitungsgruppe Köln (Kölner Stadtanzeiger), die Badische Zeitung, die Berliner Morgenpost und das Hamburger Abendblatt brachen ebenfalls deutlich ein.

Positive Nachrichten finden sich im ersten Teil der Tabelle nur wenige: Die Leipziger Volkszeitung gewann stattliche 7,8% hinzu, die Märkische Allgemeine 4,8% und der Weser Kurier verharrte immerhin auf seinem 2011er-Niveau. Relativ glimpflich davon gekommen sind zudem die Berliner Zeitung und die Rheinische Post aus Düsseldorf.

Im zweiten Teil der Übersicht sieht es nicht ganz so dramatisch aus, hier finden sich ein paar mehr Gewinner. So legte die sh:z aus Schleswig-Holstein gleich um 14,6% hinzu. Allerdings: Das dürfte auch damit zu tun haben, dass in der jüngeren Vergangenheit Titel wie das Pinneberger Tageblatt zur sh:z gestoßen sind – ein Sondereffekt, der auch schon die IVW-Auflagen beflügelt hat. Nach oben ging es zudem für RheinMainMedia (u.a. Frankfurter Neue Presse), die Zeitungsgruppe Münsterland, die Zeitungsgruppe Rhein-Neckar und einige andere.

Doch auch hier finden sich Titel mit herben Verlusten: Die Passauer Neue Presse, die Schwäbische Zeitung, die Zeitungsgruppe Neue Westfälische und die Rhein-Zeitung verloren jeweils mehr als 10% ihrer Leser aus dem Vorjahr.

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