TV-Helden: Alle wollen Joko und Klaas

Fernsehen Die Hamburger Morgenpost spricht auf ihrer Titelseite von „Folter-TV“. Die Zuschauer waren begeistert, und die Folge der ersten Ausgabe des neuen Show-Duells von Joko und Klaas ist: ProSieben will noch mehr um Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf kämpfen. Denn sie sind derzeit Deutschlands größte TV-Hoffnungsträger. Wo sich die anderen Moderatoren größte Mühe geben, möglichst souverän rüberzukommen, wollen die beiden nur eins: so viel Spaß wie möglich – auch wenn es weh tut.

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Weh tat es am Samstag tatsächlich. In der erste Ausgabe von "Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt" schenken sich die beiden nichts. In den Außenspielen, bei denen sie auf ein Flugzeug geschnallt wurden, sich Kochsalzlösung in die Stirn spritzen ließen oder in einer Zentrifuge bei 4G "Angel" von Robbie Williams singen mussten, ging es sehr heftig zur Sache. Noch härter waren die Studiospiele, die allesamt aus der Kategorie "Auf keinen Fall nachmachen" stammten. So wurde Klaas mit Feuerwerksraketen beschossen oder musste Stromkabel anfassen.

"Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt". Eine Aufzeichnung der Show gibt es hier

Neben den wohlkalkulierten Skandal sorgte die Sendung für beste Unterhaltung. Selbst wenn es moralisch und ethisch diskussionswürdig ist, ob man zur Primetime Spiele zeigen muss, die für Kinder so gar nicht geeignet sind, macht es schlicht Spaß, den beiden dabei zuzusehen, wie sie sich und den anderen quälen.

Insgesamt sahen 1,36 Millionen 14- bis 49-Jährige die 3-Stunden-Show zu – ein guter, wenn auch nicht spektakulärer Marktanteil von 15,5 Prozent. Das reichte für den Tagessieg. Die Programm-Macher dürften hochzufrieden sein. Denn man kann wohl davon ausgehen, dass die nächsten Ausgaben der Duell-Show noch mehr Zuschauer ziehen werden. Die Mundpropaganda wird in diesem Fall funktionieren.

Das Titelbild der Hamburger Morgenpost

Diesen beiden TV-Rotzlöffeln gelingt es zur Zeit wie keinem anderen TV-Moderator, mit sichtbar viel Freude bei der Sache zu sein, so dass der Funke aus den Fernseher überspringt. Auch wenn Joko und Klaas dabei gerne einmal übers Ziel hinausschießen.

Aber selbst dieses anarchische Element begeistert die TV-Manager. Endlich mal wieder jemand, der richtig Lust auf maßlose Unterhaltung hat, so scheint es. Die Folge: Jetzt schon tobt hinter den Kulissen ein erbitterter Kampf um die beiden. Der Wunsch von ProSieben ist es schon länger, Joko und Klaas exklusiv unter Vertrag zu nehmen. Doch noch hat das Moderatoren-Duo ein Engagement bei ZDFneo. Dort moderieren sie die wöchentliche Late Night-Show "Neo Paradise". Bis zum Ende des Jahres sind sie auf jeden Fall noch beim jungen ZDF-Ableger unter Vertrag. Doch spätesten wenn die kommende Staffel vorbei ist, will ProSieben die beiden Entertainer mit einer festen wöchentlichen Show ködern.

Wenn Joko und Klaas schlau sind, legen sie sich nicht so schnell fest. Denn im Oktober laufen die ersten neuen "Wetten, dass..?"-Folgen mit Markus Lanz an. Sollte der Gottschalk-Nachfolger nur leicht unter den Erwartungen bleiben, werden die Forderungen nach den beiden TV-Rotzlöffeln, die bereits Anfang des Jahres als Moderatoren der Wett-Show im Gespräch waren, lauter werden. Natürlich wird das ZDF Lanz nicht so schnell absetzten. Aber für ihre Verhandlungsposition, mit welchem Sender auch immer dann, kann das nur hilfreich sein.

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