Das Sommermärchen um die Wunderstute

Fernsehen Ihre Geschichte ist filmreif: Für 9000 Euro bei einer Auktion verkauft und als mittelmäßiges Galopp-Pferd abgeschrieben, hat die Stute “Danedream” Geschichte geschrieben. Beim wichtigsten Pferderennen der Welt im englischen Ascot hat das als “Spaßpferd” titulierte Tier die Konkurrenz in Rekordzeit deklassiert - als Außenseiter. Medien feiern "Danedream" als die Wunderstute aus Köln. Eine Sommermärchen, das an den Kinofilm “Seabiscuit” mit Tobey Maguire erinnert.

Werbeanzeige

Was das Pferd so einzigartig macht, ist seine Unberechenbarkeit. Noch im Rennen zuvor war “Danedream” nur Vierte geworden – von vier Pferden. Dabai hatten viele Züchter ihre Pferde aus dem Rennen genommen, aus Angst vor einer Deklassierung. Im Jahr zuvor hatte Danedream überraschenderweise das wichtigste Galopprennen der Welt gewonnen – mit ordenlichem Abstand. Da war der Konkurrenz eine erneute Niederlage zu heikel. Immerhin werden hohe Startgelder fällig. Doch das Pferd hatte offenbar keine Lust schnell zu laufen und lief als Letzte über die Ziellinie.
###YOUTUBEVIDEO###

So war die Wettquote für das Gruppe-1-Rennen in Ascot bei 100:10. “Danedream” ging als Außenseiter an den Start, wieder einmal wie schon Jahre zuvor, als das bis dato unscheibare Tier niemand auf der Rechnung hatte. Nur um dann Sportgeschichte zu schreiben. In einem Fotofinish siegte die Stute in Rekordzeit.
Damit war das Sommermärchen perfekt. Ein deutsches Pferd gewann das wichtigste Rennen im Pferdesport. Die Siegprämie betrug 680.000 Euro. 3,28 Millionen Euro hat "Danedream" mittlerweile verdient. Dabei war die 2010 mit Blick auf ihren jetztigen Wert für 9000 Euro an einen Möbelhändler “verschenkt” worden, für den sich der Kauf des anfangs unscheinbaren Pferdes als Sechser im Lotto erweisen sollte. Spiegel TV erzählt in einer Reportage die irrwitzige Geschichte des ungewöhnlichen Tieres, das vom mehrmaligen deutschen Galoppmeister Lomitas abstammt.

Eine verblüffend ähnliche Geschichte hatte das amerikanische Rennpferd “Seabiscuit”, dem Hollywood viele Jahre später sogar einen gleichnamigen Film widmete. Der Hengst schrieb in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts Geschichte. Als untalentiert und wiederborstig abgeschrieben, verkaufte ein Gestüt das Tier an einen Autohändler, der in den darauffolgenden Jahren mit dem Tier sämtliche wichtigen Rennen gewann. Wikipedia zitiert die nette Anekdote, dass dem Pferd in Zeitungen mitunter mehr Zeilen gewidmet wurden als Politikern wie US-Präsident Frank D. Roosevelt oder Adolf Hitler. Hollywood verfilmte die Geschichte, die 2003 mit Tobey Maguire in der Hauptrolle in die Kinos kam.

Nach seiner aktiven Rennphase ging “Seabiscuit” in die Zucht. Ähnliches steht “Danedream”, der Wunderstute, auch bevor. Drei Rennen soll sie noch bestreiten, dann soll das außergewöhnliche Pferd möglichst viele Nachkommen züchten.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige