Auch Groupons Aktie auf Schnäppchen-Niveau

Der brutale Ausverkauf des einstigen Social Media-Stars Groupon an den Aktienmärkten geht unvermittelt weiter. Nach einem kritischen Analystenkommentar wurde die Aktie weiter gnadenlos durchgereicht und schloss am Ende erstmals unter der Marke von 8 Dollar. Groupon ist damit gerade mal fünf Milliarden Dollar wert – nur noch ein Viertel der Bewertung, die noch zum Börsendebüt im November bewilligt wurde. Und Analysten sehen weitere Gefahren aufziehen – aus Europa.

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Der brutale Ausverkauf des einstigen Social Media-Stars Groupon an den Aktienmärkten geht unvermittelt weiter. Nach einem kritischen Analystenkommentar wurde die Aktie weiter gnadenlos durchgereicht und schloss am Ende erstmals unter der Marke von 8 Dollar. Groupon ist damit  gerade mal fünf Milliarden Dollar wert – nur noch ein Viertel der Bewertung, die noch zum Börsendebüt im November bewilligt wurde.  Und Analysten sehen weitere Gefahren aufziehen – aus Europa.
Die Leidensgeschichte scheint ungebremst weiterzugehen: Tiefer und tiefer rauscht die Groupon-Aktie – schon wieder gingen am heutigen Handelstag knapp sieben Prozent an Wert verloren. Erstmals seit dem Gang an die Wall Street durchbrach die Groupon-Aktie damit die 8-Dollarmarke nach unten und konnte nur in den letzten Minuten mit Ach und Krach die Bewertungsschwelle von 5 Milliarden Dollar halten.
Was für ein rasanter Einbruch für das einst neben Facebook am heißesten gewettete Internet-Start-up! 2010 noch lehnte der aufstrebende Social Media-Star eine Kaufofferte von Google über 6 Milliarden Dollar ab.  
Rasanter Rutsch in die Tiefe: Kursverluste von 75 Prozent in acht Monaten
Mit gutem Grund, wie es zwölf Monate schien: Triumphal debütierte das Schnäppchenportal im November vergangenen Jahres an der Wall Street zu 20 Dollar je Aktie und bescherte Zeichnern gar Kurszuwächse von bis zu 55 Prozent! Bei rund 31 Dollar war Groupon am ersten Handelstag knapp 20 Milliarden Dollar wert.
Gerade mal acht Monate ist das her – und doch erscheint es nicht nur für Groupon-Aktionäre bereits wie eine andere Zeit. Der Börsenstart verlief holprig, und selbst Erfolgsmeldungen wie ein operativer Quartalsgewinn Mitte Mai verpufften schnell wieder, als Facebook mit seinem IPO-Fiasko den ganzen Social Media-Sektor mit in die Tiefe zog.
Citi-Analyst senkt den Daumen
Seitdem hat sich das weltgrößte Social Network, nicht aber Groupon an der Börse erholt. Der vorläufige Negativhöhepunkt: Das neue Alltzeittief heute bei nur noch 7,77 Dollar. Auslöser des erneuten Kurssturzes war ein weiterer negativer Analystenkommentar, diesmal von der Citigroup.
Mark Mahaney kassierte zunächst seine Ebitda-Prognose für 2013 ein: Nach 930 Millionen rechnet Mahaney nun nur noch mit einem Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen von 717 Millionen Dollar, was immer noch eine rasante Verbesserung der Geschäftsbilanz wäre. Der Citi Research-Analyst reduzierte sein Kursziel daher auch nur von 22 auf 19 Dollar.

Europa wird zur Belastung

Maßgeblichen Anteil an der Abstufung hat ein neuer Faktor: Auch die europäische Schuldenkrise dürfte US-Internetunternehmen künftig belasten, schreibt Mahaney an Kunden – und nennt dabei Groupon an vorderster Front.

Groupon erzielt 45 Prozent seiner Erlöse im Ausland – 25 Prozent allein in Europa, woran die 2010 übernommene deutsche Tochter CityDeal maßgeblichen Anteil hat. Wie sich die Geschäfte tatsächlich entwickelt haben, können Anleger Anfang August überprüfen, wenn Groupon neue Quartalszahlen vorlegt. 

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