Wie Insel-Träume der Ösi-Medien platzten

Publishing Zu schön, um wahr zu sein: Die italienische Zeitung Libero hatte gemeldet, dass die griechische Insel Ikaria die Abspaltung von Griechenland betreibe und stattdessen österreichischer Bundesstaat werden wolle. Österreichische Medien und auch deutsche Medien, bis hin zum öffentlich-rechtlichen Sender ORF, griffen die Sommerloch-Meldung dankbar auf. Allerdings entpuppte sich der Insel-Traum schnell als Ente. Die Italiener haben allerdings nur einen Witz gemacht.

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Grund für die Abspaltung der Insel Ikaria sei, dass die Inselbewohner nicht länger zum kriselnden Griechenland gehören wollen, schrieb Libero. Ein Annektierungsvertrag zwischen der griechischen Regierung in Athen und der Insel-Verwaltung  sei vor 100 Jahren geschlossen worden und laufe nun auf, so die Zeitung weiter. Dies ermögliche Ikaria die Abspaltung vom finanziell gebeutelten Griechenland und den Anschluss ans reiche Österreich.

In Ösi-Land sorgte die Aussicht auf Sommerferien im neuen Insel-Bundesstaat sogleich für wohliges Spekulieren. Sogar die griechische Botschaft in Wien war durch die Medienberichte alarmiert und beeilte sich zu versichern, dass Griechenland unteilbar sei. Einen offiziösen Charakter bekam die Meldung auch dadurch, dass sie von der österreichischen Nachrichtenagentur APA verbreitet wurde. So überquerte das Inselmärchen auch die Alpen und wurde in deutschen Medien aufgegriffen. U.a. Welt.de und auch stern.de berichteten. Die Bild-Zeitung schrieb sogar Ikaria, sei die “1. Griechen-Insel”, die zu Österreich gehören wolle. Gerade als ob da noch weitere folgen würden. Die Artikel sind nach wie vor unverändert online (Stand 19. Juli 10.05 Uhr). Obwohl längst klar ist, dass alles nur ein Witz war.
Die Boulevardzeitung Österreich erreichte in der Zwischenzeit Christodoulos Stavrinadis, den Bürgermeister der Insel. Der sagte: “Das ist ein netter Scherz, nicht mehr. Weder wollen wir weg von Athen, noch planen wir einen Anschluss an Österreich.“ Die Ösis haben jetzt zwar keine Insel aber den Spott den Alpen-Nachbarn. Die Schweizer Boulevardzeitung Blick berichtete genüsslich über die “Ösi-Zeitungsente”.

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