Radio-MA: der Blick auf alle Bundesländer

Ein Führungswechsel in Niedersachsen, große Hörerwanderungen in NRW, Bayern und Sachsen - die ma 2012 Radio II sorgt für jede Menge Gesprächsstoff. MEEDIA wirft einen Blick auf die Entwicklungen in allen 16 Bundesländern, denn nur hier zeigt sich, wie erfolgreich die einzelnen Sender tatsächlich sind. Eine weitere Erkenntnis dieser Analyse: In Mecklenburg-Vorpommern und Hessen büßten alle fünf reichweitenstärksten Sender Hörer gegenüber der vorigen ma ein. Gewinner sind hier die Kleinen.

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Für unseren Blick in die Länder ziehen wir andere Daten heran, als in der Blitz-Analyse, in der die durchschnittlichen Hörer pro Stunde in der werberelevanten Zeit Montag bis Freitag, 6 bis 18 Uhr, das entscheidende Kriterium ist. Um wirklich sehen zu können, welche Sender in den Regionen gehört werden, sortieren wir sie hier nach der Tagesreichweite. Wie viele Leute haben also pro Tag einen Hörer eingeschaltet? Weiterer Unterschiede: In der Länder-Analyse sind auch die Kanäle dabei, die keine Werbung senden.

Beginnen wir wie immer im Norden der Republik, in Schleswig-Holstein. Marktführer R.SH büßte hier 6,2% ein, die Nummer 2, NDR 1 Welle Nord sogar 9,4%. Von hinten rückt daher NDR 2 näher, könnte bei gleicher Entwicklung demnächst an der Welle Nord vorbei ziehen. Nach oben ging es auch für N-Joy und delta radio, sowie abseits der Top 5 für NDR 90,3 aus Hamburg (+17,5% auf 134.000) und den Deutschlandfunk (+14,3% auf 88.000).

Auch in Hamburg gehört der Marktführer diesmal zu den Verlierern: Radio Hamburg verfügt über 15.000 Hörer weniger als bei der ma 2011 I – der Vorsprung auf NDR 2 ist aber noch komfprtabel. Einen Plätzetausch gab es auf den Rängen 4 und 5: NDR Info zog an N-Joy vorbei. In Hamburg sind die Hörer offenbar überdurchschnittlich stark an Nachrichten und Informationen interessiert. Ein starker Gewinner abseits der Top 5: Energy Hamburg, das sich um 18,8% auf 95.000 Hörer pro Tag steigerte.

Einen Führungswechsel gab es diesmal in Niedersachsen: radio ffn schob sich dank eines 6,3%-Wachstums an NDR 1 Niedersachsen, der vorigen Nummer 1, vorbei. Der Schlagersender rutschte sogar auf Platz 3, denn auch NDR 2 überholte den Bruder mit einem Plus von 15,6%. Hit-Radio-Antenne gewann auf Platz 4 zudem 12,6%, abseits der Top 5 ging es für 89.0 RTL um 11,9% auf 413.000 Hörer nach oben, für Radio 21 um 19,0% auf 275.000.

In Bremen büßten die beiden populären öffentlich-rechtlichen Sender jeweils mehr als 10% ein: Für Bremen Vier ging es um 17,9% herab, für Bremen Eins um 11,3%. Wegen fehlender ernsthafter lokaler Konkurrenz führt das Duo dennoch souverän, auf Platz 3 folgt NDR 1 Niedersachsen, das hier im Gegensatz zum Heimatland zu den Gewinnern gehört und an Energy Bremen vorbei zog. Abseits der Top 5 gewannen auch NDR 2 (+19,4% auf 43.000) und der Deutschlandfunk (+12,5% auf 18.000).

Im einwohnerstärksten Land Nordrhein-Westfalen heißt die Nummer 1 natürlich weiterhin radio NRW. Mit 5,22 Mio. Hörern pro Werktag ist der Zusammenschluss der 45 Lokalradios gleichzeitig das meistgehörte Angebot Deutschlands. Mit einem Minus von 303.000 Hörern ging es für radio NRW diesmal aber etwas nach unten. Auf Platz gewann 1Live hingegen 260.000 Hörer hinzu, setzte sich damit von WDR 2 ab. Auch die Plätze 4 und 5 gehen im Westen an den WDR. Erwähnenswert sind noch die deutlichen Verluste des Deutschlandfunks (-11,3% auf 213.000) und von WDR 3 (-14,7% auf 186.000).

Keinen einzigen Gewinner gibt es unter den 5 Top-Sendern Hessens: Für Hit Radio FFH, hr3, hr4, hr1 und planet radio ging es komplett nach unten. Vor allem hr3 büßte dabei mit 10,1% deutlich Hörer ein, die anderen vier Sender verloren nur leicht. Gewinner gibt es allerdings erst abseits der Top 5: der junge hr-Ableger You FM verbesserte sich um 12,2% auf 266.000 Hörer, hr-info sogar um 53,0% auf 254.000 und Radio Bob! um 27,6% auf 171.000.

Den Radiomarkt in Rheinland-Pfalz führen nun zwei Sender im Gleichschritt an: RPR1. verbesserte sich um 3,4% auf 731.000 Hörer, SWR 3 verlor satte 99.000 (11,9%) und liegt nun auch bei 731.000. Die weiteren Plätze gehen an SWR4 RP und an SWR1 RP, das bigFM Hot Music Radio von Platz 4 verdrängte. Deutlich nach oben ging es zudem für die City-Kombi Rheinland-Pfalz (um 22,4% auf 186.000) unten für hr3 (um 25,8% auf 117.000). Deutliche Verluste gab es abseits der Top 5 für Hit Radio FFH (-15,4% auf 143.000) und Radio Regenbogen (-17,9% auf 92.000).

Im Heimatland von Radio Regenbogen, Baden-Württemberg, gewann der Sender hingegen hinzu, bleibt mit 837.000 Hörern auf Platz 5. Antenne 1 liegt hier auf Rang 4, davor findet sich die SWR-Übermacht aus SWR3, SWR4 BW und SWR1 BW. SWR3 gewann dabei 1,6% hinzu und führt mit 2,37 Mio. Hörern souverän den Markt an.

Spannende Verwerfungen gibt es unterdessen in Bayern: Antenne Bayern hat erneut deutlich hinzu gewonnen – 388.000 Hörer bzw. 11,8%. Mit einem 3,685 Mio. großen Publikum führt der Privatsender nun noch deutlicher vor Bayern 1, dem Bayern-Funkpaket und Bayern 3. Deutliche Verluste gab es auf Platz 5 für den Infosender B5 aktuell, dem 16,6% seiner Hörer abhanden gingen. Einen Sprung nach oben machte hingegen Radio Gong 96.3 aus München – um 15,7% auf 229.000.

Im Saarland hat bigFM Saarland, dessen Hörerzahlen zum ersten Mal in der ma ausgewiesen werden, den Sprung in die Top 5 knapp verpasst. Mit 65.000 Hörern pro Werktag liegt der Sender nur knapp hinter RTL Radio auf Platz 6. Neben RTL haben auch Marktführer Radio Salü und SR 1 Europawelle deutlich gewonnen, SR 1 hat dabei auch die Saarlandwelle SR 3 überholt, die mit 6,3% der einzige Verlierer innerhalb der Top 5 ist. SWR3, beim letzten Mal noch in der Top 5, fiel hinter RTL zurück und liegt gleichauf mit bigFM Saarland auf Rang 6.

Einer der umkämpftesten Radiomärkte bleibt der in Berlin. Um so erstaunlicher, dass diesmal alle Top-5-Sender ihren Platz hielten und keiner mehr als 10% verlor oder gewann. Erst abseits der Top 20 ging es für einen stark nach oben: Das Inforadio verbesserte sich um 20,3% auf 231.000 Hörer. Auf den ersten fünf Plätzen bleibeb aber Marktführer 104.6 RTL, der Berliner Rundfunk 91.4, 94,3 rs2, 105’5 Spreeradio und radioBerlin 88,8. Die drei Top-Sender gewannen dabei Hörer, Spreeradio und radioBerlin verloren je 11.000.

Nur einen Gewinner gibt es in der Top 5 Brandenburgs: Antenne Brandenburg verbesserte sich um 2,7%. Nummer 1 bleibt trotz eines 9,8%-Verlustes aber BB Radio. Noch deutlicher nach unten, nämlich um 16,0% bis 23,2% geht es hier für die Sender auf den Rängen 3 bis 5, am deutlichsten für 104.6 RTL, das in Berlin ja parallel dazu deutlich zulegen konnte. Verloren hat in Brandenburg auch Fritz (-14,6% auf 158.000 Hörer), nach oben ging es hier abseits der Top 5 für 98.8 Kiss FM (+21,8% auf 95.000) und radioBerlin 88,8 (+18,7% auf 89.000).

Wie in Hessen schrumpfte auch das Publikum der Top 5 in Mecklenburg-Vorpommern geschlossen: Ostseewelle, NDR 1, Antenne MV, NDR 2 und N-Joy – alle fünf Sender liegen unter den Hörerzahlen der ma 2012 I. Am deutlichsten verlor dabei Antenne MV, am geringsten NDR 2. Die Gewinner des Landes folgen aber erst abseits der Top 5: Schlagersender Radio Paloma aus Berlin gewann 66,7% auf nun 25.000 Hörer, R.SH aus Schleswig-Holstein verbesserte sich um 64,3% auf 23.000 und NDR 1 Welle Nord, ebenfalls aus Schleswig-Holstein, um 21,1% auf 23.000.

Ähnlich große Verwerfungen wie in Bayern gibt es in Sachsen. Großer Gewinner hier: das Sachsen-Funkpaket aus Radio Dresden, Radio Leipzig, Radio Chemnitz, Radio Lausitz, Radio Zwickau und Radio Erzgebirge. Mit einem heftigen Plus von 171.000 Hörern, bzw. 34,5% sprang es von Platz 5 auf 2 und hat nur noch MDR 1 Radio Sachsen vor sich. Die Nummer 2 der vorigen ma, Radio PSR, fiel auf Platz 3, die Nummer 3, Hitradio RTL Sachsen, sogar auf den fünften Platz. Vor allem das Minus von Radio PSR sieht dabei dramatisch aus: Von 144.000 werktäglichen Hörern musste sich der Sender verabschieden. Gewinne gab es abseits der Top 5 noch für Energy Sachsen (+12,2% auf 239.000) und MDR Figaro (+12,0% auf 140.000), verloren hat noch MDR Info (-15,9% auf 169.000).

Der Aufsteiger Sachsen-Anhalts heißt Radio Brocken. Mit einem Plus von 12,6% oder 57.000 Hörern verbesserte sich der Sender von Platz 3 auf 2, zog an MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt vorbei. Die Nummer 1 des Landes bleibt aber mit klarem Vorsprung radio SAW, auch wenn man 5,4% der Hörer einbüßte. Noch deutlicher nach unten ging es für MDR Jump: Um 18,7% schrumpfte das Publikum. Ebenfalls nach unten ging es dahinter für MDR Sputnik (-16,5% auf 111.000) und MDR Info (-19,2% auf 63.000), zulegen konnten NDR 1 Niedersachsen (+17,6% auf 87.000) und MDR Figaro (+10,3% auf 43.000).

So unspektakulär es in Thüringen an der Spitze aussieht: Antenne Thüringen hielt sein Ergebnis der vorigen ma fast genau, so interessant sieht es dahinter aus: MDR 1 Radio Thüringen und MDR Jump legten hier nämlich zu, 89.0 RTL auf Platz 5 sogar um spektakuläre 27,5%. Angestürzt ist hingegen die LandesWelle Thüringen, die 16,1% ihrer Hörer verlor und damit hinter Jump auf Platz 4 schlidderte. Abseits der Top 5 büßte zudem MDR Info viele Hörer ein (-16,0% auf 84.000), nach oben ging es hier für Antenne Bayern (+38,8% auf 68.000) und radio SAW (+12,7% auf 62.000).

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