Tagesschau zeigte Nazi-Jäger statt Verbrecher

Fernsehen Peinliche Panne bei der Tagesschau: Dem ARD-Aktuell-Flaggschiff unterlief in seiner gestrigen 20-Uhr-Ausgabe ein böser Bild-Patzer. In einer Meldung berichtete die Sendung über den mutmaßlichen Nazi-Kriegsverbrecher László Csatáry, der offenbar in Budapest aufgespürt wurde. Bebildert wurde die Meldung nicht mit einem Foto von Csatáry, sondern mit einem Bild des Nazi-Jägers Simon Wiesenthal. Dabei ging die Tagesschau mit den Fehler höchst intransparent um.

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Entdeckt wurde der Fehler nicht durch eine Korrektur der Nachrichten-Redaktion, sondern durch den Mediendienst New Business. So findet sich in der Ausgabe, die in der Mediathek angesehen werden kann, kein Hinweis auf die Meldung. Sie wurde offenbar aus der Sendung geschnitten. Unter Tagesschau.de soll es immerhin einen Hinweis gegeben haben, dass "diese Sendung aus redaktionellen Gründen nach der Ausstrahlung bearbeitet" wurde. Was genau gemacht wurde, verrät der Hinweis jedoch nicht.
Mittlerweile bestätigt ARD-Aktuell den Fehler. Die Hamburger erklären, dass die Meldung erst kurz vor der Sendung vom Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem verbreitet worden wäre. „Leider ist es in der Hektik zu einer Bildverwechslung gekommen. Ich bedauere dies sehr“, sagte nun Thomas Hinrichs, Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell.
Die Fotoverwechslung entstand voraussichtlich deshalb, weil das Jerusalemer Büro des Simon-Wiesenthal-Zentrums die Quelle für die Hamburger Redaktion war. Das Zentrum bestätigte in seiner Mitteilung allerdings nur einen Bericht der Boulevard-Zeitung The Sun, die den mutmaßlichen Nazi in Budapest fotografiert und gefilmt habe.
Der 97-Jährige soll als Polizeichef von Kos im Frühjahr 1944 eine wichtige Rolle bei der Deportation von 15.700 Juden in das Vernichtungslager Auschwitz gespielt haben.

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