Shades of Grey und das bigotte Weltbild

Publishing Das in katholischer Hand befindliche Buchhandelsunternehmen Weltbild verkauft nach wie vor den gehypten Sadomaso-Bestseller “Shades of Grey” von EL James. Allerdings mit ganz spitzen Fingern. Im Online-Shop von Weltbild wurde eine Art Begleittext zu dem Buch veröffentlicht, mit dem sich Weltbild von dem Inhalt von „Shades of Grey“ distanziert. “Wir sehen das Buch als sehr problematisch an”, so Weltbild. Ganz schön igitt also. Aber das Bestseller-Geschäft will man sich nicht entgehen lassen.

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Das in katholischer Hand befindliche Buchhandelsunternehmen Weltbild verkauft nach wie vor den gehypten Sadomaso-Bestseller “Shades of Grey” von EL James. Allerdings mit ganz spitzen Fingern. Im Online-Shop von Weltbild wurde eine Art Begleittext zu dem Buch veröffentlicht, mit dem sich Weltbild von dem Inhalt von „Shades of Grey“ distanziert. “Wir sehen das Buch als sehr problematisch an”, so Weltbild. Ganz schön igitt also. Aber das Bestseller-Geschäft will man sich nicht entgehen lassen.

Weltbild weiter: “Es ist jedoch darauf hinzuweisen: Die hier beschriebene Unterwerfung der Frau widerspricht dem Welt- und Menschenbild, von dem wir uns als Buchhändler leiten lassen.” Darunter veröffentlicht der Buchhändler eine ganze Reihe von “Finger-weg”-Zitaten aus Besprechungen zu dem Buch. Das Ganze wirkt unfreiwillig komisch, da Buchhändler normalerweise mit euphorischen Zitaten aus positiven Besprechungen ja den Verkauf eines Buches ankurbeln wollen. Weltbild dagegen windet man sich öffentlich und geißelt sich selbst, was da für einen Schmutz auf der virtuellen Ladentheke anbieten: Aber, ihr Sex-süchtigen Leser, wenn ihr diesen Schmuddelkram unbedingt lesen müsst und uns dafür Geld geben wollt – dann kauft es halt!

So etwas nennt man wohl bigott. Vor kurzem war schon bekannt geworden, dass Weltbild “Shades of Grey” zwar verkauft, das hoch gelobte und durchaus seriöse Aufklärungsbuch “Make Love” dagegen nicht. Und zwar, wegen der Art und Weise, wie dort das Thema Abtreibung behandelt wird. Die katholischen Bischöfe wollen sich wegen dem Sexbuch-Dilemma, das Weltbild ja schon länger umtreibt, eigentlich von dem Buchhändler trennen, man hat aber offenbar noch keinen adäquaten Käufer gefunden. Auch der Papst hat, bevor er sich in seinen Rechtsstreit mit der Satire-Zeitschrift Titanic stürzte, die Schweinigeleien, die bei Weltbild verkauft werden, schon gegeißelt.

Und so lange niemand Weltliches Weltbild kauft, windet man sich eben und kassiert trotzdem. Der Herrgott wird’s schon verzeihen. Und eine gewisse Übung in Sachen Doppelmoral kann man der katholischen Kirche ja nun auch nicht absprechen. Insofern passt der Titel “Shades of Grey” ja ganz gut.

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