Bild-Chef urlaubt bei den “Pleite-Griechen”

Publishing Es ist noch gar nicht lange her, da schrieb die Bild-Zeitung regelmäßig von den “Pleite-Griechen”, die lieber ihr Land “kaputtstreiken statt zu sparen”. Die Bild-Kampagne zur Finanzkrise Griechenlands zog massive Kritik auf sich, wurde aber auch mit dem “Herbert-Quandt-Medienpreis” ausgezeichnet. Zur besten Urlaubszeit setzt Bild-Chefredakteur Kai Diekmann ein persönliches Zeichen in Sachen Griechenland und macht Urlaub bei den “Pleite-Griechen” - dokumentiert auf seiner Facebook-Seite.

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Es sind Bilder, wie aus einem Reiseprospekt entsprungen: blumenumkränzte Aussichten aufs Mittelmeer, Abendstimmung in einem altertümlichen Hafen-Setting, eine pittoresk verfallene Windmühle direkt am Wasser, ein mediterraner Salat zum Lunch und eine gute Flasche Wein. Dazu schreibt Diekmann kurze Kommentare wie “Merkels Milliarden machen hier keinen Unterschied” oder “Von wegen wir Deutschen seien nicht beliebt in Griechenland!” und posiert mit seinen neuen “griechischen Freunden” für ein Erinnerungsfoto.

Kai Diekmanns Facebook-Seite ist erst wenige Tage alt und erfreut sich vor allem in Medienkreisen bereits reger Beliebtheit. Über 300 “Freunde”, darunter nicht wenige Kollegen, hat der Bild-Chef bei Facebook bereits gesammelt, die auch fleißig seine Urlaubs-Schnappschüsse kommentieren, über 400 Personen haben seine Einträge “abonniert”. Interessant dürften Diekmanns Facebook-Aktivitäten auch werden, wenn er sich ab September im Auftrag der Axel Springer AG im Silicon Valley aufhält, um neuen Internet-Trends nachzuspüren.

Den Idee mit dem Griechenland-Urlaub hat er womöglich sogar aus der eigenen Zeitung. Die Bild hat nämlich nicht nur über die “Pleite-Griechen” geschimpft, sondern mit der ihr eigenen Janus-Köpfigkeit fast im gleichen Atemzug Griechenland als Urlaubsland empfohlen – weil es so schön billig ist. Passende Zeile in der Bild am Sonntag: “Die Sonne geht nicht pleite”.

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