Loriot-Tochter geht gegen Biografie vor

Publishing Schluss mit Lustig: Wenn es um die Urheberrechte ihres verstorbenen Vaters geht, versteht Susanne von Bülow, Tochter von Vicco von Bülow (Loriot) offenbar keinen Spaß. Erst ging sie juristisch gegen Wikipedia vor, um die Abbildung von Loriot-Sonderbriefmarken zu verbieten. Nun hat sie vor dem Landgericht Braunschweig eine Klage gegen eine Loriot-Biografie eingereicht. Der Vorwurf: Der Autor, Dieter Lobenbrett , hätte das Buch überwiegend aus wörtlichen Zitaten montiert.

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Der Riva-Verlag, der die Biografie verlegt, reagiert empört, weil die Erbin „nicht nur das Buch vom Markt zu klagen“ wolle, „sondern auch noch Schadensersatz für die Verwendung jeglicher Loriot-Zitate“ verlange. Nach Angaben des Verlages soll dieser sich verpflichten, keinerlei Zitate mehr von Loriot zu verwenden. "Wenn sie damit durchkommt, könnten Verlage überhaupt keine Biografien mehr veröffentlichen", sagt Riva-Geschäftsführer Oliver Kuhn in einer Mitteilung.
Die Münchner vertreten den Standpunkt, dass sie die Quellen der Zitate stets ordnungsgemäß genannt hätten. „Der Text besteht nur zu einem kleinen Teil aus Loriot-Zitaten unterschiedlichster Quellen“. In der Klageschrift ist offenbar die Rede davon, dass etwa acht Prozent des Buchen (111 Seiten) aus wörtliche Zitaten bestehen sollen – zu viel für den Geschmack von Susanne von Bülow. "Es ist zu einfach, sich an einem fremden Werk zu bedienen, um ein eigenes zu schaffen. Das Buch scheint mit heißer Nadel gestrickt zu sein", zitiert Spiegel Online Christine Danziger, die Anwältin der Loriot-Tochter. Nach Meinung der Klagenden sei das Buch streckenweise nur aus typischen, humorvollen Äußerungen des Komikers zusammengebaut.
Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Allerdings hat das Landgericht Braunschweig bereits das schriftliche Vorverfahren angeordnet. Die Biografie ist aktuell weiterhin lieferbar.
Bei dem Streit mit Wikipedia ging es darum, dass die freie Enzyklopädie in ihrem Eintrag über Loriot auch Sonderbriefmarken der Post zu Ehren des Humoristen als Bilder zeigte. Dagegen ging Susanne von Bülow vor. Seit der Privatisierung der Post sind Briefmarken keine "amtliche Werke" mehr. Also hätte Loriot oder ein Erbe der Veröffentlichung der Motive "Herren im Bad", "Das Frühstücksei", "Auf der Rennbahn" und "Der sprechende Hund" zustimmen müssen.
Mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung gegen die Wikimedia Foundation in den USA, wurde das Web-Lexikon gezwungen die Abbildungen der vier Sonderbriefmarken wieder zu löschen. Sagen Sie jetzt nichts.

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