Tech-Aktien: die großen Halbjahresverlierer

Wo Gewinner strahlen, sind auch Verlierer nicht weit – das zeigen bereits die ersten sechs Monate an der US-Technologiebörse Nasdaq. Während Apple mit seinem iPhone weiter den Goldstandard der Branche setzt, erleben die Handy- und Smartphone-Pioniere Nokia und Research in Motion den Prozess der kreativen Zerstörung in der Moderne. Aber es gab auch im Internetsektor große Verlierer: Facebook konnte die Erwartungen des Mega-IPOs nie erfüllen, Social Media-Aktien verglühten in der Folge elendig.

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Wo Gewinner strahlen, sind auch Verlierer nicht weit – das zeigen bereits die ersten sechs Monate an der US-Technologiebörse Nasdaq. Während Apple mit seinem iPhone weiter den Goldstandard der Branche setzt, erleben die Handy- und Smartphone-Pioniere Nokia und Research in Motion den Prozess der kreativen Zerstörung in der Moderne. Aber es gab auch im Internetsektor große Verlierer: Facebook konnte die Erwartungen des Mega-IPOs nie erfüllen, Social Media-Aktien verglühten in der Folge elendig.  
5. Facebook: – 18 Prozent
Es sollte der Höhepunkt des Börsenjahres 2012 werden: Der lang ersehnte IPO von Facebook. Doch das weltgrößte Social Network schien am Ende von den konsortialführenden Banken um Morgan Stanley ziemlich schlecht beraten: Der Ausgabepreis wurde immer weiter ausgereizt und das Emissionsvolumen immer weiter ausgeweitet.
Ergebnis am 18. Mai dieses Jahres: Facebook hielt am ersten Handelstag nur durch Stützungskäufe der Banken den Ausgabekurs und wurde in der Folge böse nach unten durchgereicht. In der Spitze mehr als 30 Prozent verlor die Facebook-Aktie, ehe Schnäppchenjäger zugriffen. Am Ende des ersten Halbjahres blieb ein happiges Minus von 18 Prozent.
4. Zynga: – 42 Prozent
Deutlich heftiger traf es indes indes die Social Media-Generation, die sich vor Facebook an die Wall Street wagte. Der Online-Spiele-Anbieter Zynga etwa galt als heiße Wette auf das weltgrößte Social Network, generierte Facebook doch bereits 12 Prozent seiner Umsätze durch Zynga.  
Dann kamen die Hiobsbotschaften: Im Mai gab die Zahl der aktiven Spieler um mehr als acht Prozent auf 54 Millionen nach. "Es gab zuletzt einfach zu wenig Neuerungen, um neues Interesse zu entfachen", äußerte sich etwa Arvin Bhathia von Sterne Agee skeptisch. Der Börsenwert von Zynga hat sich binnen nur drei Monaten auf nur noch 3,6 Milliarden Dollar gedrittelt – seit Januar ging es gar um mehr als vier Milliarden Dollar nach unten.  
3. Groupon: – 48 Prozent
Einen noch stärkeren Aderlass hat der nach LinkedIn zweite größte Internet-Börsengang des vergangenen Jahres zu verkraften. Das Schnäppchenportal Groupon startete zunächst im November furios an der Börse mit einem Kursplus von 55 Prozent, dann kam der langsame Abstieg. 
Im laufenden Börsenjahr folgte die gnadenlose Fortsetzung: Eine Kurshalbierung in den ersten sechs Monaten des Jahres. Gerade mal zehn Dollar je Aktie oder rund 6 Milliarden Dollar war Groupon per Ende Juni wert. Zwei Handelstage später waren es schon weitere 12 Prozent weniger…
2. Research in Motion: – 49 Prozent
Das Desaster geht weiter: Seit Jahren wirkt der einstige Smartphone-Pionier angezählt, doch in den vergangenen zwölf bis achtzehn Monaten erfolgte eine regelrechte Detonation. Wie dramatisch die Lage im kanadischen Waterloo ist, bewiesen die jüngsten Quartalszahlen: Die Umsätze im abgelaufenen Geschäftsquartal brachen krachend um 42 Prozent von 4,9 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf nur noch 2,81 Milliarden Dollar ein.
Die Gewinne verwandelten sich in horrende Verluste: Nach Profiten von 695 Millionen Dollar im Dreimonatszeitraum im Vorjahr musste RIM Ende Juni nunmehr zwischen Anfang März und Ende Mai ein Minus von 518 Millionen Dollar oder bereinigt von 37 Cent je Aktie ausweisen. Die RIM-Aktie taumelte und weist nach den ersten sechs Monaten eine Kurshalbierung auf. Der deutsche CEO Thorsten Heins gibt unterdessen Durchhalteparolen aus. 
1. Nokia: – 57 Prozent
Tatsächlich gibt es einen Handyhersteller, der von der Börse im ersten Halbjahr 2012 noch härter abgestraft wurde als RIM: Nokia, einstiger Weltmarktführer der Branche, musste Mitte Juni erneut eine Gewinnwarnung aussprechen und sogar ein Fünftel seiner Arbeitsplätze streichen. Die Aktie stürzte bei gerade mal 1,60 Euro auf ein 16-Jahrestief.
Die vermeintlich letzte Hoffnung, die mit viel Aufwand in Kooperation mit Microsoft entwickelte Smartphone-Reihe Lumia, zündet bisher nicht. Wie Blackberry-Hersteller RIM hat Nokia kein Mittel gegen die Dominanz von Apple, Google und Samsung gefunden – und steht nun vor der Existenzfrage. Bei Aktionären dominiert die Skepsis: Anteilsscheine von Nokia verlieren in den ersten sechs Monaten des Jahres um 57 Prozent.

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