Börsen-Bilanz: Web-Reisebüros haussieren

Während die Börsen diesseits des Atlantiks im ersten Halbjahr ganz im Bann der europäischen Schuldenkrise standen, kehrte die Wall Street in den Erfolgsmodus zurück. Knapp 13 Prozent legte die Technologiebörse Nasdaq in den ersten sechs Monaten des Jahres zu. Für Besitzer der erfolgreichsten Tech- und Internetaktien war weitaus mehr drin: Zu den Favoriten des ersten Halbjahres zählte der Vorjahreschampion, Apple im Jahr eins nach Steve Jobs - und gleich zwei Online-Reisebüros.

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Während die Börsen diesseits des Atlantiks im ersten Halbjahr ganz im Bann der europäischen Schuldenkrise standen, kehrte die Wall Street in den Erfolgsmodus zurück. Knapp 13 Prozent legte die Technologiebörse Nasdaq in den ersten sechs Monaten des Jahres zu.  Für Besitzer der erfolgreichsten Tech- und Internetaktien war weitaus mehr drin: Zu den Favoriten des ersten Halbjahres zählte der Vorjahreschampion, Apple im Jahr eins nach Steve Jobs – und gleich zwei Online-Reisebüros. 
5. eBay: +38 Prozent
Das Comeback geht weiter. Dank beständiger Zuwächse im zweistelligen Kursbereich, angetrieben von der Bezahltochter PayPal, schiebt sich eBay an der US-Börse weiter nach vorne. Mehr als 50 Milliarden Dollar ist der weltgrößte Online-Auktionator inzwischen wieder wert – so viel wie seit Ende 2005 nicht. Bei nunmehr 42 Dollar fehlen lediglich Kurszuwächse um 18 Dollar, um das alte Allzeithoch von 2004 zu überbieten. 
4. Priceline: +42 Prozent
E-Commerce-Gewinner, Teil zwei: Relativ unbeachtet geht die Erfolgsstory des stillen Stars unter den wertvollsten Internetkonzernen der Welt weiter – dort ist Priceline nämlich inzwischen angekommen. Enorme 34 Milliarden Dollar ist der größte Online-Reisebuchungsanbieter der USA inzwischen wert – fast doppelt so viel wie Internet-Pionier Yahoo.

Lediglich Google, Amazon, Facebook, eBay und Baidu sind wertvoller. Nach einem Plus von 42 Prozent in nur sechs Monaten probt Priceline inzwischen bereits den Ansturm auf die Top 5. 

3. Apple: +44 Prozent
Die Unkenrufe waren groß, doch Apples Erfolgsstory geht auch nach dem Ende der Steve Jobs-Ära weiter.  Tim Cook schärfte sein Profil als neuer Vorstandschef sofort, indem er eine offenere Kommunikation und – zur Überraschung vieler Marktteilnehmer – eine Dividende einführte. Zudem erfüllte Cook die Erwartungen mit seinen bisherigen zwei Produktlaunches: Dem iPhone 4S und der dritten iPad-Generation. 
Apples Geschäfte haussieren mehr denn je: Rekordquartalszahlen folgen auf Rekordzahlen. Auch die Apple-Aktie schwenkte nach dem verhaltenen Vorjahr wieder voll in den Rallye-Modus um: Per Ende Juni blieb ein Plus von 44 Prozent, nachdem die Zuwächse im ersten Quartal bereits über 50 Prozent geklettert waren.    
2. Expedia: +65 Prozent
Ein Online-Pionier ist zurück. Die frühere Microsoft-Tochter war eine der erfolgreichsten Internetaktien der Web 1.0-Generation. Das Allzeithoch liegt indes schon mehr als fünf Jahre zurück. Vor allem der Konkurrent Priceline zog gnadenlos an Expedia vorbei – die Aktie verzehnfachte sich in den vergangenen fünf Jahren, während Expedia stagnierte. 
Vor allem dank des letzten starken Quartals, in dem das Online-Reisebüro die Wall-Street leicht hinter sich ließ, haussierte die Aktie immer stärker. Zwar ist Expedia mit 6 Milliarden Dollar nur rund ein Sechstel von Priceline wert, doch für Anleger war 2012 bislang mehr drin. 
1. LinkedIn: + 69 Prozent
Wer hätte das gedacht: Der erste große US-Börsengang der Social Media-Generation ist auch mehr als ein Jahr nach dem Wall Street-Debüt noch immer der erfolgreichste.  Groupon, Zynga und sogar Facebook? Allesamt Kassengift für Aktionäre – Zeichner liegen in allen drei Fällen weit unter Ausgabekurs.
Beeindruckende Renditen waren dagegen mit LinkedIn zu verdienen. Das Online-Business-Netzwerk ging im Mai 2011 mit einer happigen Bewertung an die Nasdaq, zeigte jedoch in der Folge, woher die Premiumaufschläge kommen: LinkedIn konnte zwischen Januar und März einen Nachweis seiner Profitabilität abgeben – und ein Gewinnplus von mehr als 100 Prozent von 2,1 auf 5 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie verkünden. 
Auch die Umsätze entwickelten sich rasant: Mit Erlösen von 188 Millionen Dollar fuhr LinkedIn mehr als das Doppelte des Vorjahreszeitraums ein, in dem noch 94 Millionen Dollar erlöst worden. Lohn des Booms: Nachdem die Aktie des Online-Business-Netzwerks bereits im Vorjahr das Rennen gemacht hatte, liegt LinkedIn auch nach Ablauf des ersten Halbjahrs mit 69 Prozent an der Spitze der Internetwerte. 

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