ADC-Chef Rädeker wütet wegen ACTA-Aus

Publishing „Das ist ein katastrophales Armutszeugnis für die europäischen Medienpolitiker“. In ungewohnt scharfen Tönen kommentiert Jochen Rädeker, Chef des Art Directors Club, die ACTA-Ablehnung durch das Europäische Parlament. „Selten ist es der Politik so nachhaltig gelungen, ein so wichtiges Thema wie den Schutz von Kunst, Kultur, Patenten und Marken so stümperhaft zu behandeln, dass das eigene Scheitern nur eine Frage der Zeit war. Dabei wäre es bitter nötig gewesen, durchdacht zu handeln“.

Werbeanzeige

Nach Meinung des Werbers ist das Scheitern des „Handelsabkommen zur Abwehr von Fälschungen“ ein Lehrstück für Politiker, die mit der Generation der Digital Natives nichts anfangen können und plötzlich erschrocken feststellen würden, dass diese Generation inzwischen wahlberechtigt sei.

Rädeker spricht von einem „hirnlosen Einknicken der Politik vor ein paar wenigen, radikalen Vertretern einer inakzeptablen Gratiskultur“.

Der ADC-Chef ärgert sich besonders darüber, dass die Diskussion in Deutschland vor allem auf der Ebene von illegalen Downloads und Web-Gratis-Kultur geführt worden sei. „Doch das sind Nebenkriegsschauplätze“. Tatsächlich gehe es um Marken und Patente, „also um das wertvollste, was Unternehmen besitzen“.

Der Werber fordert, dass statt ACTA nun schnellstmöglich alternative Schutzmaßnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen und Produktpiraterie gefunden werden müssen. Das gehe aber nur im Dialog mit der Öffentlichkeit und den Kreativen. „Maßnahmen, die die Verbreitung von Inhalten über das Internet möglich machen, ohne dass Kunst und Kreation dauerhaft zum brotlosen Job werden.“ Rädekers Stellungnahmen endet mit dem Appell: „Medienpolitiker Europas: Macht endlich Eure Arbeit!“

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige