Deutsche Medienaktien: Skys Comeback

Das erste Halbjahr an den Aktienmärkten ist zu Ende, und es war erneut ein turbulentes. Die europäische Schuldenkrise dominierte die Schlagzeilen, doch die Konzernbilanzen blieben weitgehend vom Rückschlägen verschont. Das Wachstum in der deutschen Medienbranche ist bei den Topkonzernen weiterhin nachhaltig – allein die Bereitschaft der Anleger, dafür Kursaufschläge zu zahlen, ist nicht immer vorhanden, wie Axel Springer oder die Tomorrow Focus beweisen. Bei Sky wurden Aktionäre fürstlich belohnt.

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Das erste Halbjahr an den Aktienmärkten ist zu Ende, und es war erneut ein turbulentes. Die europäische Schuldenkrise dominierte ohne Unterlass die Schlagzeilen, doch die Konzernbilanzen blieben weitgehend vom Rückschlägen verschont. Das Wachstum in der deutschen Medienbranche  ist bei den Topkonzernen weiterhin nachhaltig – allein die Bereitschaft der Anleger, dafür Kursaufschläge zu zahlen, ist nicht immer vorhanden, wie Axel Springer oder die Tomorrow Focus beweisen. Bei Sky indes wurden Aktionäre fürstlich belohnt.  
5. Tomorrow Focus: +1 Prozent
Ein Umsatzplus von 16 Prozent im ersten Quartal reichten nicht, um Anlegern im ersten Halbjahr zweistellige Kurszuwächse zu bescheren. Ein möglicher Grund: Das Konzernergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen gab im ersten Quartal auf 4,2 Millionen Euro nach 4,7 Millionen im Vorjahresquartal nach. Unterm Strich verdiente die ToFu aber mit 0,4 Millionen Euro nach einer schwarzen Null wieder Geld. Anleger belohnten die Zugewinne lediglich mit einem Plus von einem Prozent in sechs Monaten.   
4. Axel Springer: + 2 Prozent
Gerade mal ein Prozent mehr war für Springer-Aktionäre drin. Dabei fällt das Wachstum beim größten deutschen börsengelistete Verlag höher aus: Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 7,1 Prozent zum Vorjahresquartal auf 789 Millionen Euro. Ebenso kletterte das EBITDA um 7,5 Prozent auf 136,5 Millionen Euro.  Treiber des Wachstums war erneut das Digitalgeschäft. "Erfreulich" nannte Konzernchef Döpfner die jüngsten Quartalszahlen – an der Börse herrscht indes noch etwas Zurückhaltung. 
3. Xing: +10 Prozent
Das Börsenjahr 2012 begann ziemlich erfreulich für Xing-Aktionäre: Getrieben von der Rallye des engsten Mitbewerbers LinkedIn und der Fantasie um den Facebook-Börsengang entwickelte die Xing-Aktie nach der Rallye 2011 im ersten Quartal erneute Kursfantasie. 
Der Rückschlag kam jedoch im Mai: Vorstandschef Groß-Selbeck verkündete überraschend seinen Rücktritt, die Quartalbilanz enttäuschte und der Facebook-Börsengang floppte. Ergebnis: Das komfortbale Plus von der Spitze fast 40 Prozent schmolz auf nur noch 10 Prozent zusammen.
2. ProSiebenSat.1: +24 Prozent
Das Comebackkid ist erneut zurück. Nach einem schwierigen Börsenjahr 2011, in dem der deutsche Aktienstar der Jahre 2009 und 2010 happige 37 Prozent an Wert verlor, ist ProSiebenSat.1 zurück. Konzernchef Thomas Ebeling konnte Anteilseigner im ersten Quartal einen Gewinnzuwachs von 31 Prozent präsentieren. Die Börse honorierte das mit einem Kursplus von immerhin 24 Prozent.
1. Sky: + 104 Prozent
Die Turnaroundstory lebt: Um alles oder nichts ging es für den Pay-TV-Sender im April bei der Vergabe der Bundesligarechte – Tod oder Gladiolen, wie Ex-Bayern Trainer Louis van Gaal so gerne zu sagen pflegte. Es gab Gladiolen: Sky gelang der totale Triumph. Zusätzlich zu den Pay-TV-Live-Rechten per Kabel und Satellit, sowie denen im Web und mobil, hatte sich der Bezahlsender auch die IPTV-Rechte sichern können. 
Mitbewerber Deutsche Telekom muss in Verhandlungen nun den Bittsteller geben, um Sky-Übertragungen ebenfalls anbieten zu können. Mittelzuflüsse könnten für den MDax-Konzern aber auch nötig sein, damit der Bundesliga-Rechtezuschlag nicht zum Pyrrhussieg wird – 1,9 Milliarden Euro zahlen die Münchner für die Spielzeiten 2013 bis 2017. 
Analysten teilen diese Befürchtungen nicht und sehen zuletzt sogar die Möglichkeit von schwarzen Zahlen in den kommenden Quartalen. Dabei gingen in den ersten drei Monaten immer noch 73 Millionen Euro verloren. Die Commerzbank empfiehlt die  Sky-Aktie, die aktuell bei 2,85 Euro liegt,  etwa mit einem Kursziel von 3,70 Euro, die UBS hält sogar 3,80 Euro für möglich. Beflügelt von soviel Rückenwind zogen Papiere von Sky um mehr als 104 Prozent in den ersten sechs Monaten 2012 an. 

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