Roppel: „Zeit, etwas Neues anzupacken“

Publishing Am vergangenen Freitag hatte Stephan Roppel, der die Community GuteFrage.net zu einer der reichweitenstärksten deutschen Websites aufgebaut hat, seinen letzten Arbeitstag. Es sei "Zeit, etwas Neues anzupacken", sagt er im Gespräch mit MEEDIA. Roppel hat siebeneinhalb Jahre für die Digital-Töchter der Verlagsgruppe von Holtzbrinck gearbeitet. Auf dem Höhepunkt des Wachstums seien Frage-Communities noch nicht: "Ich sehe keine fundamentale Bedrohung für Ratgeber-Communities durch das Google-Ökosystem."

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Roppel hat in München bei Holtzbrinck Digital gleich mehrere Ratgeber-Portale aufgebaut. Davon ist GuteFrage.net das größe Angebot, mit einer Reichweite von 15,8 Millionen Unique Usern (Agof). Während hier Nutzer anderen Nutzern helfen, bietet Helpster (Reichweite 3,5 Mio.) nach dem Vorbild von Demand Media in den USA Autoren die Möglichkeit, gegen Bezahlung Anleitungen zu verfassen. Ebenfalls im Portfolio: Pointoo (3,6 Mio. Uniques) und Cosmiq (4,7 Mio.) – letzteres Angebot hatte Holtzbrinck von Burda übernommen.
Gemeinsam mit Co-Geschäftsführer Markus Wölflick, der nun die alleinige Geschäftsführung der Communities übernimmt, hat Roppel den Ausbau zum Frage-und-Antworten-Imperium vorangetrieben. Roppel: "Gleichzeitig haben wir die Umsatzströme diversifiziert und erzielen nun auch Erlöse etwa mit Display- und performanceorientierter Werbung."
Im vergangenen Jahr gerieten Ratgeber-Communities wie eHow, die von Demand Media betrieben werden, unter Druck: Ein Google-Update namens Panda drückte die Relevanz der Communities, so dass deren Angebote in den Suchergebnissen plötzlich weniger relevant eingeschätzt wurden. Roppel sagt, auch GuteFrage.net habe einen Reichweitenverlust von 15 bis 20 Prozent hinnehmen müssen. Aber: "Ein Jahr später liegt GuteFrage bei 30 bis 40 Prozent über der Reichweite vor dem Google-Update." Das Google-Ökosystem bedrohe GuteFrage und Co. darum nicht fundamental.
Roppel war von Amazon zu Holtzbrinck gewechselt, leitete dort die Unternehmensentwicklung und später den Inkubator eLab, den es in der damaligen Form heute nicht mehr gibt. Zunächst wird der Digital-Manager die Leitung eines Arbeitskreises des Zeitschriftenverlegerverbands VDZ übernehmen, der sich mit der Diversifikation von Geschäftsmodellen befasst. Eine Entscheidung, wohin es ihn künftig ziehe, sei noch nicht gefallen. Zunächst steht ein anderes Ziel an: der Einlauf in das Ziel beim Triathlon Iron Man in Frankfurt.

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