ARD und ZDF profitieren extrem von der Euro

Fernsehen Das Erste und das ZDF haben den TV-Monat Juni haushoch gewonnen. Erwartungsgemäß hat die Fußball-EM die beiden Sender deutlich vor die Konkurrenz geschoben. Mit 15,9% (Das Erste) und 15,5% (ZDF) besiegten sie auch RTL (10,6%). Bei den 14- bis 49-Jährigen blieb RTL hingegen die Nummer 1, wehrte die Fußball-Sender ab. Im EM-Monat 2008 sah das noch anders aus: Damals kamen alle drei Sender im jungen Publikum auf 13,0%. Doch auch ohne Fußball gab es im Juni Quotengewinner - arte und den rbb.

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Der Juni im Gesamtpublikum:

Mit ihren Marktanteilen von 15,9% und 15,5% verbesserten sich Das Erste und das ZDF gegenüber dem Mai um 4,7 bzw. 3,4 Prozentpunkte. RTL erreichte nur 10,6%, Sat.1 gar nur 8,9%. Der Sender ist mit einem Minus von 1,6 Zählern gleichzeitig der größte Verlierer des Monats. ProSieben verlor einen Punkt und muss sich diesmal sogar mit Platz 6 noch hinter Vox zufrieden geben.

Trotz der tollen Zahlen zeigt der Langfrist-Trend jedoch, dass ARD und ZDF nicht mehr so extrem mit Fußball-Turnieren glänzen können wie früher. Im Juni 2010 erreichte das Duo noch 16,7% und 17,1%, im Juni 2008 sogar 17,6% und 18,0%. Allerdings liegt diese Abwärtstendenz eher an den restlichen Sendungen und weniger am Fußball, der gewohnt starke Zahlen einfuhr.

Dass auch ohne EM im Programm nicht zwingend ein Minus vor der Monats-Marktanteilsbilanz stehen muss, zeigt sich bei den Zahlen einiger kleinerer Sender. So konnten sich das rbb Fernsehen (von 0,9% auf 1,0%) und arte (von 0,7% auf 0,8%) gegenüber dem Mai verbessern. Offenbar lagen sie mit ihren EM-Alternativen richtig.

Wie sehr die EM den Monat dominiert hat, zeigt der Blick auf die Sendungs-Charts: Auf den ersten 67 Plätzen des Juni-Rankings finden sich ausnahmslos EM-Spiele, EM-Analysen und -Berichte, sowie Nachrichtensendungen aus den Halbzeitpausen. Stärkstes Nicht-EM-Programm war der "Tatort: Schlafende Hunde" vom 3. Juni mit 8,08 Mio. Zuschauern.

Auf den Plätzen 1, 2, 3 und 4 finden sich vier der fünf deutschen EM-Spiele: Das Halbfinale gegen Italien war dabei mit 27,98 Mio. Sehern die Nummer 1, knapp vor dem Vorrunden-Spiel gegen Dänemark und dem gegen die Niederlande. Das Spiel gegen Portugal folgt hinter vier Halbzeit-Nachrichten erst auf Platz 9.

Der Juni bei den 14- bis 49-Jährigen:

Im jungen Publikum gewannen ARD und ZDF sogar noch deutlicher hinzu, allerdings kamen sie hier ja auch von einem niedrigeren Niveau. Mit 12,0% und 11,3% kamen sie RTL (13,6%) aber nicht allzu nahe. Das war bei der EM 2008 wie eingangs erwähnt noch anders: Damals landeten alle drei Sender bei 13,0%. Sat.1 ist auch hier mit einem Minus von 2,5 Zählern der größte Verlierer, fällt auf den schwächsten Monats-Marktanteil seit mehr als 20 Jahren.

Doch auch im jungen Publikum gibt es Sender, die sich auch gegen die Fußball-EM verbessern konnten. So landeten arte (von 0,6% im Mai auf 0,7% im Juni) und das rbb Fernsehen (von 0,3% auf 0,4%) wie im Gesamtpublikum über den Zahlen des Vormonats.

Das Bild in den Sendungs-Charts sieht ähnlich aus wie im Gesamtpublikum: Die Fußball-EM dominiert nicht nur die Top 20, sondern auch die Ränge dahinter. Stärkstes Nicht-EM-Programm war im Juni das "Wer wird Millionär? – Prominenten-Special" mit 2,87 Mio. 14- bis 49-Jährigen auf Platz 76.

Ganz vorn belegen auch hier die gleichen vier deutschen EM-Spiele die Spitzenplätze wie im Gesamtpublikum, allerdings in anderer Reihenfolge. So gewannen die Vorrundenspiele gegen Dänemark und die Niederlande gegen das Halbfinale und das Viertelfinale. Das dürfte allerdings auch damit zu tun haben, dass bei den K.O.-Spielen mehr Fans zum Public Viewing gegangen sind – und genau diese Fans werden bei den TV-Quoten ja nicht mitgezählt.

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