Twitter-Tirade: Kassaeis Wutlauf gegen Löw

Marketing Mit einem verbalen Sturmlauf in 140 Zeichen hat sich während der Partie Deutschland gegen Italien der Werber Amir Kassaei für den Posten als Bundestrainer der DFB-Elf selbst ins Gespräch gebracht. Der DDB-Chef hatte sich gestern Abend so sehr in Rage gezwitschert, dass die Werbebranche heute morgen wohl erleichtert aufatmete, als er sich immer noch lebendig zu Wort meldete: "Nach einer Nacht Schlafen ist die Wut noch größer. Wie kann man mit so einer Mannschaft so ein falsches System spielen?"

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Mit seiner Twitter-Tirade dürfte Kassaei einen Titel sicher haben: unter den üblichen 80 Millionen Bundestrainern beim Halbfinaldesaster des deutschen Teams der lauteste gewesen zu sein.

Ein Ausschnitt aus der Timeline des Werbers
Einziger Ausweg ist für ihn jetzt nur noch die ganz große Lösung: "Man muss das jetzt bei DFB zur nationalen Angelegenheit erklären und Klopp als Bundestrainer holen. Wir brauchen jetzt den 6. Gang." Damit schaltet er auch selbst gleich wieder einen Gang höher. Denn gestern Abend hatte er in seiner Verzweiflung über die falsche Taktik und das falsche System gewittert. Schon vor dem Anpfiff war der in New York lebende Kassaei bedient: "Also doch: Löw stellt für meine Gefühle zu konservativ auf. Wieder das berechenbare 4-2-3-1."

Die Systemfrage ist für den Werber die eigentliche Wurzel allen Übels. Bereits vor dem Turnier hatte er sich in seinem Blog Mission 2012 lange mit der richtigen taktischen Aufstellung beschäftigt. Seiner Meinung nach sollte die übergreifende Strategie der deutschen Nationalmannschaft nicht mehr ein stures Festhalten am 4-2-3-1 sein, sondern mehr auf Dominanz ausgerichtet werden. "Mit Dominanz meine ich nichts anderes als die Hochgeschwindigkeitsversion des vertikalen Angriffsfußball", heißt es in dem Blog. Die Voraussetzungen dafür seien "Dauer-Pressing" und eine "flexible und immer währende Rochade aller Positionen" im Mittelfelde. "Das System, das das ermöglicht, ist ein Bruch mit der Tradition der Ära Löw. Zumindest im Sturm und auf der linken Mittelfeldseite." Das Grundkonzept, das dem werbenden Hobby-Taktikfuchs vorschwebt, ist ein 4-1-2-2-1 System.

Im Grunde litt Kassaei wie die meisten der 30 Millionen TV-Zuschauer in Deutschland auch, nur dass er statt des Fernsehers sein Twitter-Interface in weit über 50 Tweets "anschrie". Beispiel: "Verdammte Scheisse noch Löw, du musst den Italienern den Schneid abkaufen. Podolski und Gomez raus. Auf 4-1-2-2-1 unstellen & vollattacke!" Wenige Minuten später: "Herr Löw, entweder spielen sie jetzt volles Risiko oder Sie treten zurück! Bitte schön!" Kurz darauf: "Wenn man mit dieser Mannschaft nicht Europameister wird und Italien schlägt, dann hat man nichts als Bundestrainer zu suchen."

Mitte der zweiten Halbzeit war endgültig Schluss mit lustig: „Wenn ich mir dieses Italien ansehe, dann wird mir kotzübel…aber die Deutschen sind selber schuld…" Zum Spielende folgte das definitive Eingeständnis: "Ich bin so fassungslos. Das kann man gar nicht beschreiben. Unfassbar."

Nach vielen weiteren Tweets des Lamentierens und der Kritk an Löw und den verschwendeten Möglichkeiten diese Teams macht Kassaei noch die Voraussage, von der wir hoffen, dass er damit nicht recht haben wird: "Das wird die Mannschaft des ewigen Versprechens. Leider."

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