„Mario Balotelli – ein deutscher Albtraum“

Publishing Eigentlich ist Bild immer am lautesten und härtesten, wenn es um Kritik geht. Doch im Fall der Analyse der Niederlage gegen Italien fragt das Boulevard-Blatt noch recht sanft: „Ist Jogi Löw schuld am EM-Aus?“. Für die Zeit stellt sich die Frage schon nicht mehr. Dort heißt es schlicht: „Joachim Löw verzockt sich“. Am Tag nach der Niederlage konzentriert sich die Kritik auf den Trainer und seinen „Unterhaltungsfußball“. Für 11 Freunde war das Ausscheiden gar das Ende einer „grenzenlosen PR-Kampagne“.

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Fazit des 11 Freunde-Live-Tickers
„Man hat uns vier Wochen lang, ja eigentlich sechs Jahre lang mit einer nie dagewesenen PR-Kampagne zu grenzenlosem Optimismus erzogen, und jetzt macht es einfach »Plopp«, und wir sitzen wie kleine Kinder vor diesem riesigen, viel zu bunten Rummel-Ballon und schauen weinend zu, wie die Luft langsam entweicht. FFFFFFFF! Wie Löw immer macht: FFFFFFFF! Wollte er uns das damit sagen? All die Jahre? Dann tut es uns sehr, sehr leid. Absolut leid. Positiv leid. Und wir machen im Chor: FFFFFFF. So ist FFFFFFFußball. Gute Nacht, liebe FFFFFFFans. Möge es wieder Tag werden.“
Boris Herrmann, Süddeutsche.de:
„Plötzlich stand er wie eine Statue im Strafraum. Oberkörperfrei. Ein deutscher Albtraum, ein italienischer Volksheld, Mario Balotelli. Man wird dieses archaische Bild noch lange Zeit mit dem Moment verbinden, als der Unterhaltungsfußball von Joachim Löw krachend scheiterte, als sich das neue Deutschland eine unfreiwillige Lehrstunde einhandelte.“

Olvier Fritsch, Zeit Online:
„Es war eine außergewöhnliche Niederlage für den Trainer Löw, der mit einer gewagten Aufstellung eine Offensive auseinanderriss, die gerade zu sich gefunden zu haben schien. Und das in einem EM-Halbfinale.“ Weiter heißt es bei Zeit.de. „Nun ist es richtig, dass Trainer etwas riskieren. Und es ist richtig, dass sich Trainer auch nach aufregenden Spielen im Griff haben. Gegen Italien kann man verlieren. Doch Löws Reaktion war dann doch eine Spur zu lapidar, als dass man sie ihm völlig abnehmen konnte. Wer genau hinschaute, sah an seinen Augen, dass er betroffener war als seine Worte es nahelegten.“
Tuttosport.com:
„è balotalia“
Gazetta dello Sport:
"
Balotelli, nackt, sehnig, nach seinem zweiten Tor, wird als ikonisches Bild in die italienische Fußballhistorie eingehen. Der Jungstar wird im Halbfinale zum Stolz Italiens."

Kein Autor, Bild.de:
„Geplant ist, dass Löw den DFB-Kader auch zur WM 2014 in Brasilien führt. So wird es am Ende auch wohl kommen. Dennoch muss sich Löw nun auch mal unangenehmen Fragen stellen. Denn im Finale gegen die platt wirkenden Spanier stehen nun die Italiener. Nicht wir…“
Die taz sieht allerdings immerhin einen Hoffnungsschimmer. So schreibt Michael Brake: „2014 ist das Team immer noch jung. Aber der Druck wird weiter steigen. Es dürfte Löws letzte Chance sein.“

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