Zeitungsmarkt Berlin: B.Z. großer Verlierer

Publishing Das Boulevardblatt B.Z. war in den vergangenen zwei Jahren der große Verlierer auf dem Berliner Zeitungsmarkt. Das zeigen die neuen, alle zwei Jahre erhobenen Zahlen der IVW-Verbreitungsanalyse. Demnach verkaufte die B.Z. in Berlin im ersten Quartal 124.083 Exemplare pro Tag - fast 18% weniger als zwei Jahre zuvor. Schon bald könnte die B.Z. damit vom ersten Platz gestoßen werden: Berliner Zeitung, Berliner Morgenpost und Tagesspiegel rücken näher. Zulegen konnten in Berlin einige überregionale Blätter.

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Dem Berliner Zeitungsmarkt geht es insgesamt nicht wirklich gut. Rund 685.000 Zeitungen wurden laut IVW-VA im ersten Quartal täglich verkauft – heftige 9,7% weniger als im ersten Quartal 2010. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: Fast 74.000 Zeitungen weniger wechseln in Berlin pro Tag den Besitzer. Zum Vergleich: Bundesweit sank der Zeitungsverkauf im selben Zeitraum um 6%. Auf die Einwohnerzahl von 3,423 Mio. umgerechnet werden in Berlin pro 100 Einwohner 23,3 Zeitungen verkauft. Für einen solch umkämpften Markt eine geringe Zahl. Und: 2010 lag die Zahl noch bei 26 Zeitungen pro 100 Einwohner.

Zum Hintergrund: Die Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW erscheint alle zwei Jahre und bietet detaillierte Verkaufszahlen fast aller deutschen Blätter bis auf die einzelnen Gemeinden heruntergerechnet. Die IVW-VA bietet damit hochinteressante Daten für jeden Zeitungsmarkt der Republik. Für diese detaillierte Analyse melden alle teilnehmenden Verlage für eine Messwoche – diesmal war das die vom 7. bis 13. November 2011 – ihre nach Gemeinden aufgeschlüsselten Verkaufszahlen an die IVW. Anschließend werden die gemeldeten Zahlen dann auf das aktuelle Quartal – in diesem Fall das erste Quartal 2012 – hochgerechnet.

Der Blick auf die 20 meistverkauften Tageszeitungen innerhalb Berlins zeigt dann auch viele Verlierer und nur wenige Gewinner. Nach oben ging es laut VA neben kleinen Aufsteigern wie der Märkischen Oderzeitung und der Zeitungsgruppe Köln (Kölner Stadtanzeiger) für die F.A.Z., die FTD und das Handelsblatt. Allerdings: Die VA unterschiedet nicht zwischen den einzelnen Kategorien der verkauften Auflage. Das Plus kann daher auch einfach nur dadurch zustande gekommen sein, dass die drei überregionalen Titel mehr Bordexemplare an die Berliner Flughäfen geliefert haben.

An der Spitze der Berliner Zeitungs-Charts finden sich weiterhin die fünf Lokalblätter: B.Z., Berliner Zeitung, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel und Berliner Kurier. Alle fünf verloren deutlich – deutlicher als im Bundesdurchschnitt von 6,0%. Am deutlichsten ging es für die B.Z. (-17,8%) nach unten, auch die Berliner Zeitung (-11,8%) verlor stark. Am besten zog sich noch die Berliner Morgenpost aus der Affäre, allerdings steigerte sie im Vergleich zu 2010 auch die Zahl der Bordexemplare um 2.400 Stück – wahrscheinlich vor allem an den Berliner Flughäfen, die für unser Ranking ausschlaggebend sind.

Das Feld der überregionalen Blätter führt die Bild an – auch sie verlor mit 12,8% allerdings viele Berliner Käufer und entfernt sich weiter von Platz 5. Dahinter folgt das Duo Welt und Welt kompakt, die F.A.Z., die Süddeutsche und die FTD, die mit ihrem wundersamen Plus auch das Ost-Blatt Neues Deutschland überholte. Beachtlich sind weiterhin die Zahlen, die die Hamburger Morgenpost erreicht: Als stärkste Regionalzeitung, die nicht aus Berlin stammt, verkauft sie sich in Berlin immer noch 1.120 mal – wohl vor allem an Berlin-Hamburg-Pendler.

In den kommenden Tagen lesen Sie bei MEEDIA weitere Ergebnisse der IVW-Verbreitungsanalyse – als nächstes die Rankings der Zeitungsmärkte Hamburg und München.

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