Spiegel: (ein paar) Frauen an die Macht

Publishing Die Diskussion um den geringen Frauenanteil an Führungspositionen im Journalismus zeigt beim Spiegel Wirkung: Nach MEEDIA-Informationen rücken gleich drei Frauen bei dem Hamburger Nachrichtenmagazin in verantwortliche Führungspositionen auf. Christiane Hoffmann kommt von der FAZ und soll Vize im Hauptstadt-Büro werden. Britta Sandberg wird Leiterin des Auslandsressorts, Juliane von Mittelstaedt dort neue Stellvertreterin.

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Erst kürzlich gab es Spiegel-intern einigen Ärger, weil sich viele Frauen bei der Besetzung einer neuen Führungsposition (Vize-Ressortleiter Wirtschaft) übergangen fühlten. Der Job wurde intern dem verdienten Spiegel-Mann Marcel Rosenbach zugedacht, eine entsprechende Stellenausschreibung wurde als Farce empfunden. Zuvor schon sah sich Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo in der Kritik, weil er in der Diskussion um eine Frauenquote im Journalismus in den Augen vieler Spiegel-Mitarbeiterinnen unglücklich agiert hatte.

Nun rücken also gleich drei Frauen in Führungspositionen beim Spiegel. Britta Sandberg leitet ab September zusammen mit dem bisherigen Reporter Clemens Höges das wichtige Ausland-Ressort des Spiegel. Bisher war sie dort nur Stellvertreterin. Ressortleiter Hans Hoyng wird Autor, die bisherigen Ausland-Vizes Christian Neef und Bernhard Zand bekommen neue Aufgaben. Neef wird Spiegel-Autor mit Schwerpunkt Osteuropa, Zand geht als Korrespondent nach Peking. Neue stellvertretende Leiterin im Ausland-Ressort des Spiegel wird Juliane von Mittelstaedt, die dafür ihren Job als Korrespondentin in Tel Aviv aufgibt.

Christiane Hoffmann arbeitete bisher für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Sonntagszeitung als Korrespondentin. Sie soll nun zusätzliche stellvertretende Leiterin im Spiegel-Hauptstadtbüro neben René Pfister unter Ressortleiter Konstantin von Hammerstein werden. Letztere Personalie muss aber noch vom Betriebsrat abgesegnet werden. Im Umfeld der Spiegel-Chefredaktion heißt es, die weibliche Führungs-Offensive habe nichts mit der Kritik an der mangelnden Frauenquote beim Spiegel zu tun. Es handle sich um einen “ganz normalen” Vorgang. So kann man das auch sehen.

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