G+J legt die Online-Geschäfte zusammen

Publishing Gruner + Jahr macht Ernst mit dem Digital-Umbau: Nach MEEDIA-Informationen soll künftig die Verantwortung für das deutsche Online-Geschäft beim G+J Digital Center liegen. Dies bedeutet, dass die Online-Einheiten der Verlagsgruppen Wirtschaftspresse (u.a. ftd.de), Life (u.a. brigitte.de) und Agenda (u.a. stern.de) zusammengelegt werden. Verantwortlich ist dann Axel Wüstmann. Dass alle drei Online-Chefs Christian Hasselbring, Angela Broer und Thomas Schmidt diesen Schritt mitgehen, gilt als unwahrscheinlich.

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Das Digital Center von G+J wurde im vergangenen Jahr gegründet. Es soll für mehr Zentralität in einem traditionell dezentralen Haus sorgen – und damit letztlich für Profitabilität. Die Online-Operationen des Verlags sollen so effizienter geplant und betrieben werden – indem beispielsweise einheitlich und verbindlich entschieden wird, mit welchen Content Management Systemen im Haus gearbeitet wird. Es gibt viele weitere Themen, bei denen eine einheitliche Digitalstrategie sinnvoll ist, etwa die Auswahl von Bezahlmodellen, der Umgang mit Social Media, die Konzeption von Apps. Hubert Burda Media hatte mit dem I-Lab vor einigen Jahren eine ähnliche zentrale Digital-Einheit geschaffen, um das Knowhow im Unternehmen zu bündeln.
G+J betreibt in Deutschland etwa 50 Websites in drei Verlagsgruppen – Life (dazu gehören u.a. Brigitte, Gala, Schöner Wohnen), Agenda (u.a. Stern, Geo, Art, Eltern, P.M.) sowie die Wirtschaftsmedien (u.a. FTD, Capital, Impulse). Bisher haben die drei Online-Verantwortlichen Broer, Schmidt und Hasselbring an die jeweiligen Verlagsgeschäftsführer berichtet. Diese Zuordnung soll es nach MEEDIA-Informationen künftig nicht mehr geben. Dann soll das Digital Center die Kontrolle über die Onlinegeschäfte des Verlags übernehmen. Die Online-Chefredakteure seien von dieser Änderung der Zuständigkeit allerdings nicht betroffen, heißt es.
Unklar ist, ob die Online-Chefs diesen Schritt mitgehen werden – und damit einen Verlust an Einfluss akzeptieren. Angela Broer ist seit Mitte vergangenen Jahres Leiterin Electronic Media bei den G+J Wirtschaftsmedien und berichtete bisher an Ingrid Haas. Thomas Schmidt ist seit Ende 2008 Geschäftsführer G+J Exclusive & Living Digital – die Verlagsgruppe unter Führung von Julia Jäkel heißt seit kurzem Life. Christian Hasselbring ist seit Mitte 2009 Geschäftsführer von Stern.de in der Verlagsgruppe Agenda von Thomas Lindner.
Axel Wüstmann ist als Chef von G+J Operations für das Digital Center verantwortlich. In die Einheit, die digitaler Knotenpunkt für die künftige strategische Ausrichtung des Verlags werden soll, setzt G+J-Vorstand Bernd Buchholz große Hoffnungen. Wie eine Mehrheit der Medienunternehmen steht G+J unter Druck, sinkende Erlöse mit gedruckten Medien durch steigende Digitalerlöse möglichst aufzufangen – was in vielen Fällen bisher nicht gelingt. Selbst wenn auch bei G+J eine Reihe von Websites Profite erzielt, mit durchaus steigender Tendenz, ist das Niveau der Erlöse noch zu gering.
Auch darum nun die geplante Zusammenlegung des Online-Geschäfts. Der Umbau soll nach MEEDIA-Infos bis zum Ende des dritten Quartals abgeschlossen sein. Auf Anfrage wollte sich G+J zu den anstehenden Veränderungen nicht äußern.

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