Banken empfehlen Facebook zu Ausgabekurs

Es ist soweit: 40 Tage nach dem Börsengang durften sich jene Banken, die Facebook Ende Mai an die Börse gebracht haben, erstmal zum weltgrößten Social Network äußern. Keine Überraschung: Es wurde der erwartete Empfehlungsreigen für die so schwach an der Börse gestartete Facebook-Aktie. Doch ausgerechnet die Studie des Konsortialführers offenbart Erstaunliches: Morgan Stanley nennt als Kursziel in zwölf Monaten gerade mal den Ausgabekurs – das Eingeständnis des völlig überteuerten IPOs.

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Es ist soweit: 40 Tage nach dem Börsengang durften sich jene Banken, die  Facebook Ende Mai an die Börse gebracht haben, erstmal zum weltgrößten Social Network äußern.  Keine Überraschung: Es wurde der erwartete Empfehlungsreigen für die so schwach an der Börse gestartete Facebook-Aktie. Doch ausgerechnet die Studie des Konsortialführers offenbart Erstaunliches: Morgan Stanley nennt als Kursziel in zwölf Monaten gerade mal den Ausgabekurs – das Eingeständnis des völlig überteuerten IPOs.
Feuer frei: Knapp sechs Wochen dem denkwürdig verkorksten Börsengang von Facebook sind die konsortialführenden Banken dem weltgrößten Social Network zur Hilfe geeilt und haben mit der Aufnahme ihrer Analysen die erwartete Schützenhilfe geleistet.  
Das ist nach dem Ablauf der sogenannten "Quiet Period" nach 40 Tagen möglich. Entsprechend haben sich die begleitenden Banken heute in einen wahren Empfehlungsreigen geliefert – gleich 17 Kreditinstitute haben ihre Analysen zum nach Google und Amazon drittwertvollsten Internetkonzern der Welt aufgenommen.  
BMO Capital startet mit knackiger Verkaufsempfehlung – Kursziel 25 Dollar
Ergebnis: Nicht so positiv, wie man es noch vor eineinhalb Monaten erwartet hatte. Die Hälfte der Analysten schwankte zwischen Kauf- und Halteempfehlungen. BMO Capital Markets, die nicht am Börsengang beteiligt waren, leistete sich gar eine gepfefferte Verkaufsempfehlung mit dem Kursziel von nur 25 Dollar. 
Noch überraschender ist aber die Zurückhaltung der konsortialführenden Kreditinstitute. Barclays sieht Facebook "marktneutral" mit einem 12-Monatskurziel von 35 Dollar. Die Credit Suisse empfiehlt ihren Kunden dasselbe mit der Aussicht von einem Dollar weniger. 
Morgan Stanley: Facebook-Börsengang mit einem Jahr ohne Kurspotenzial
Morgan Stanley rät immerhin, die Aktie "überzugewichten" mit einem Kursziel von 38 Dollar. 38 Dollar? Das war schließlich genau der Ausgabekurs. In anderen Worten: Wall Street-Ikone Morgan Stanley, die ja Facebook federführend beim IPO und der Ermittlung des Ausgabekurses war, nennt als Aussicht in zwölf Monaten gerade mal jenes Kursniveau, zu dem das Social Network noch an die Börse gebracht worden war?
Damit gesteht Morgan Stanley zwischen den Zeilen ein, was seit dem IPO an den Aktienmärkten ein offenes Geheimnis ist: Die Facebook-Aktie kam völlig überteuert – oder nun im Börsensprech: mehr als 14 Monate ohne Kurspotenzial – auf den Markt.

Aktionäre reagierten enttäuscht auf die Studienflut: Die zuletzt heiß gelaufene Facebook-Aktie verlor an einem positiven Handelstag knapp drei Prozent auf rund 32 Dollar und ist damit weiter 15 Prozent vom Durchschnittskursziel der Analysten von 37,88 bzw. dem Ausgabekurs von 38 Dollar entfernt.  

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