Die royale Primetime-Schmonzette im ZDF

Fernsehen Am Dienstag zeigte das ZDF zu bester Sendezeit, Primetime um 20.15 Uhr, die unerträgliche Adels-Schmonzette “Endlich Prinzessin: Kate und Charlene”. Ein 45-Minuten-Programm, klebrig wie Zuckerguss, kitschig wie ein Groschenroman und mit dem journalistischen Anspruch eines Hotel-Werbefilmchens. Das ZDF wirbt für sich mit dem Spruch: "Mit dem Zweiten sieht man besser." So schlecht wie bei "Endlich Prinzessin" sah man mit dem Zweiten allerdings selten.

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Kein Klischee, keine durchgenudelte Formulierung, kein Griff in die Schmalzkiste wurde ausgespart bei “Endlich Prinzessin”. Die Vergleiche zwischen Herzogin Kate und Prinzessin Diana durften ebensowenig fehlen, wie jene zwischen Charlene und Grace Kelly. Das soziale Engagement der Adelsbräute wurde durchgekaut und es kamen reihenweise “Society-Experten” zu Wort.

Bunte-Chefin Patricia Riekel kennt man ja wenigstens noch, aber wer zum Teufel ist Dagmar Schumacher? Die auskunftsfreudige Dame wurde wahlweise als “Society-Expertin”, “Gast von Albert und Charlene” und gegen Ende gar nur noch als “Partygast” bezeichnet. Ist aber auch Wurst, solange die sonore Erzählerstimme gut Abgehangenes schwadronieren konnte (“Zwei, die sprichwörtlich in einem Boot sitzen”) und zuckrige Kaufhausmusik zu Bildern eingespielt wurde, die aussehen, wie ein Werbevideo für das Luxushotel “The Oyster Box (“In Schale ist hier einfach alles”).

Ein paar verdruckste Andeutungen über böse Gerüchte zu Fürst Alberts unehelichen Kindern wurden von Charlene-Freundin Franziska van Almsick schnell weg-kommentiert und die “Reportage” wandte sich schnell klebrigen Baby-Spekulationen zu. Fazit: “Welche von beiden das Rennen macht, wird die Zukunft zeigen. Bonne Chance, Charlene. Good Luck Kate.” Filme wie “Endlich Prinzessin” festigen den Ruf des ZDF, ein Kukident-Kanal zu sein. Und selbst die Generation Ü60 hätte Besseres verdient, als dieses TV auf dem Niveau einer drittklassigen Yellow-Zeitschrift, zusammengetackert aus Archivmaterial und Interviews mit Adabeis.
"Endlich Prinzessin: Kate und Charlene" in der ZDF-Mediathek.

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