Groupon: Kinnevik macht mächtig Kasse

Groupon hat einen prominenten Verkäufer: Ausgerechnet die milliardenschwere Beteiligungsgesellschaft Kinnevik stößt ihre Anteile am Schnäppchenportal kurz nach dem Ende der sechsmonatigen Haltefrist ab. Der schwedische Investor war durch den Verkauf der Samwer-Tochter CityDeal an Groupon zu knapp neun Millionen Aktien gekommen. Obwohl Kinnevik nahe den Allzeittiefs an der Börse verkaufte, streichen die Schweden eine Traumrendite von fast 3000 Prozent ein - in rund zwei Jahren.

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Groupon hat einen prominenten Verkäufer: Ausgerechnet die milliardenschwere Beteiligungsgesellschaft Kinnevik stößt ihre Anteile am Schnäppchenportal kurz nach dem Ende  der sechsmonatigen Haltefrist ab. Der schwedische Investor war durch den Verkauf der Samwer-Tochter CityDeal an Groupon zu knapp neun Millionen Aktien gekommen. Obwohl Kinnevik nahe den Allzeittiefs an der Börse verkaufte, streichen die Schweden eine Traumrendite von fast 3000 Prozent ein – in rund zwei Jahren.
Raus, raus, raus: Besitzer von Groupon-Aktien haben seit dem IPO vor rund sieben Monaten nichts zu lachen – es wird verkauft, bis zuletzt sogar die Marke von 10 Dollar fiel. Macht ein Minus von fünfzig Prozent in rund einem halben Jahr zum Ausgabekurs. 
Wie man mit Groupon-Aktien trotzdem kräftig verdiente, hat unterdessen ein Investor der ersten Stunde vorgemacht. Die renommierte schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik, die an der Börse mit mehr als drei Milliarden Euro bewertet wird, ist mit 25 Prozent größter externer Investor der Rocket Internet Holding der umtriebigen Samwer-Brüder.

Was das mit Groupon zu tun hat? Kinnevik war entsprechend in den Groupon-Klon CityDeal investiert, den die Samwers 2010 für eine dreistellige Millionensumme an Groupon verkauften. Akquisitionswährung: überwiegend Aktien. 

Traumrendite: 3000 Prozent in zwei Jahren eingestrichen
Exakt 8,38 Millionen Groupon-Anteile flossen den Schweden dafür im Zuge der Übernahme zu. Das war 2010 der Fall. In der Folge entwickelte sich Groupon rasant – und stieg zeitweise sogar zum vermeintlich "am schnellsten wachsenden Unternehmen" des Planeten auf. Ergebnis: Der größte Internet-Börsengang seit Google im November vergangenen Jahres, der Groupon aus dem Stand mit 13 Milliarden Dollar bewertet. Gerade mal sieben Milliarden sind davon sieben Monate später geblieben.  
Ein Grund für Kinnevik zum Ärgernis? Keineswegs, denn die schwedische Beteiligungsgesellschaft kann sich über den Traumdeal schlechthin freuen: Im März 2010 investierten sie gerade mal 2,9 Millionen Dollar in CityDeal. Zum Veräußerungszeitpunkt in Form von Groupon-Aktien in den vergangenen Tagen bei durchschnittlich 9,74 Dollar standen ihre Anteile bei 81,5 Millionen Dollar – und waren damit also fast bemerkenswerte 3000 Prozent mehr wert! So sieht der Traumexit eines jeden Investors aus. 
Was machen die Samwers?
Der schnelle Verkauf scheint indes wenig Gutes für das Vertrauen in Groupon zu verheißen: Kinnevik verkaufte so schnell, wie es das Ende der Haltefrist zuließ. Turnaround-Hoffnungen der Aktien, die am ersten Handelstag immerhin noch auf über 31 Dollar geschossen war? Offenbar Fehlanzeige. Die Schweden haben kräftig Kasse gemacht – und zwar auf ganzer Linie. 

Bleibt am Ende noch eine Frage offen: Was wird aus den immer noch mehr als 39 Millionen Groupon-Aktien, die die Samwers über ihre Holding Rocket Internet halten? Nach aktuellem Börsenkurs wäre die Beteiligung immerhin noch 436 Millionen Dollar wert. Ein weiterer prominenter Verkauf dürfte die angeschlagene Aktie des Schnäppchenportals indes weiter belasten.

Selten gesehene Schützenhilfe erhielt Groupon gestern unterdessen von der Wall Street: Morgan Stanley stufte die Aktie nunmehr auf "übergewichten" herauf. Der Kurs zog um knapp 11 Prozent an. Anders herum betrachtet: Kinnevik hätte allein am gestrigen Handelstag fast 10 Millionen Dollar mehr einstreichen können. Die Schweden werden es angesichts ihrer Traumrendite verschmerzen können. 

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