Microsofts Surface und das iPad im Vergleich

Tech Mit seiner mysteriös durchchoreographierten Keynote hat Microsoft über Nacht ordentlich Buzz erzeugt. Wenn der wertvollste Softwarekonzern plötzlich in Hardware macht, ist die Frage gerechtfertigt: Hat das iPad endlich einen ebenbürtigen Konkurrenten? Nachdem Microsoft mit Details weiter hinterm Berg hält, sei nur so viel gesagt: Nichts Genaues weiß man nicht. Und dennoch genügen die bekannten Spezifikationen für einen ersten Vergleich, bei dem die Redmonder gut abschneiden.

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Mit seiner mysteriös durchchoreographierten Keynote hat Microsoft über Nacht ordentlich Buzz erzeugt. Wenn der wertvollste Softwarekonzern plötzlich in Hardware macht, ist die Frage gerechtfertigt: Hat das iPad endlich einen ebenbürtigen Konkurrenten? Nachdem Microsoft mit Details weiter hinterm Berg hält, sei nur so viel gesagt: Nichts Genaues weiß man nicht. Und dennoch genügen die bekannten Spezifikationen für einen ersten Vergleich.

Auch wenn Macs in Medienkreisen enorm verbreitet sind, greift die Mehrzahl der Nutzer immer noch zum Windowsrechner. Warum dann also nicht auch ein Tablet mit Windows 8 nutzen, dürften sich viele nach der Flut von Berichten über Microsofts neue Tabletsparte “Surface” fragen.

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Es ist der erneute Einstieg von Microsoft ins Hardwaregeschäft, nachdem der als iPod-Konkurrent lancierte Zune so grandios floppte. Zwei Jahre nach dem ersten iPad ist der Redmonder Softwareriese offenbar willens, es mit Apple in Sachen Tablets aufzunehmen. Aber sind die zwei vorgestellten “Surface”-Tablets wirklich besser? Eine Übersicht:

Display: Abseits aller anderen Features ist das Display wohl das wichtigste Asset eines Tablets. Apple hat über zwei Generationen Erfahrungen gesammelt und mit dem neuen iPad ein Retina-Display herausgebracht, das einen neuen Standard setzte. Die Auflösung von 2048 x 1536 Pixeln gilt bislang als unerreicht. Mit welcher Pixeldichte Microsofts Tablets aufwarten, ist noch nicht ganz klar. Es handle sich um “HD”, gab man auf der Pressekonferenz am Montag bekannt. Einige Blogs berichten, dass die Redmonder demnach auf Full-HD, also 1920×1080 Pixel, setzen.

Die US-Techblogs, denen es offenbar vorenthalten war, das Gerät ausgiebig zu testen, lobten allerdings den großen Betrachtungswinkel, der es ermögliche, auf dem dem Gerät problemlos mit mehreren Freunden einen Filmabend abzuhalten. Doch bis wir nichts Näheres zum verbauten Display wissen, gilt: Apple liegt vorne in Sachen Bildqualität.

Gewicht: Ein Tablet muss tragbar sein. Die beiden Microsoft-Modelle sind mit 10,6 Zoll gleich groß. Das iPad-Display misst 9,7 Zoll, ist dadurch auch leichter. Das Apple-Tablet bringt 662 Gramm auf die Wage, das Surface mit ARM-Prozessor wiegt 676 Gramm, die schnellere Intel-Variante schon 903 Gramm. Während das schwächere Modell so schmal ist wie das iPad, ist das Intel-Modell vier Millimeter dicker. Ein klares Minus für Microsoft.

Speicher: Tablets sind mehr als nur Smartphones, auf denen wir unsere Bilder und Songs speichern. Das iPad wird längst auch im Geschäftsleben eingesetzt. Wer Präsentationen und Exelsheets auf dem Tablet bearbeiten will, der braucht auf Dauer auf ausreichend Platz auf der Festplatte. Das iPad gibt es in der 16-, 32- und 64-Gigabyte-Variante. Das Surface-Modell mit Windows RT startet bei 32 Gigabyte und ist ebenfalls mit 64 Gigabyte Speicher geplant. Das leistungsstärkere Gerät mit Windows 8 startet erst ab 64 Gigabyte und kommt mit maximal 128 Gigabyte. Hier hat Microsoft die Nase leicht vorne.

Leistung: Apple setzt auf seinen hauseigenen A5-Chipsatz, die Microsoft-Tablet kommen – offenbar als preiswertes Modell gedacht – mit einem schwächeren ARM-Prozessor, der große Bruder setzt auf einen Ivy-Bridge-Prozessor, den Apple übrigens auch im neuen Macbook Pro verwendet. Über die Taktraten ist momentan nichts bekannt.

Anschlüsse: iPad-Fans pfeifen auch USB, Kartensteckplätze und dergleichen. Für ein Freizeitgadget mag das auch absolut in Ordnung gehen. Doch wer mit einem Tablet arbeiten will, will nicht permanent einen weiteren Rechner mitführen, über den er etwa Bilder, Videos oder andere Mediendaten auf sein Tablet überträgt. Das weiß auch Apple und schon zum iPad 1 einen Kameraadapter auf den Markt gebracht. Schließlich will man das puristische Design nicht unnötig brechen. Erwartungsgemäß sieht Microsoft das anders und stattet seine Tablets mit etlichen Ports aus. Die kleine Variante kommt mit microSD, USB 2.0 und microVideoHD, das leistungsfähigere Modell mit USB 3.0, MicroSDXC und verfügt über einen Stylus zur Bedienung. Aus Office-Sicht ein Punkt für Microsoft.

Datenübertragung: Selbstverständlich verfügen alle drei Tablets über Wlan-Chips. Ob die “Surface”-Modelle auch Bluetooth unterstützen, ist nicht bekannt, aber ebenfalls recht wahrscheinlich. Ebenso unklar ist, ob sie den ultraschnellen Datenstandard LTE unterstützen, auf den zumindest deutsche iPad-Nutzer mangels Kompatibilität mit den verwendeten Frequenzen hierzulande verzichten müssen.

Entertainment-Qualitäten
: Auch wenn sich mit Tablets wunderbar arbeiten lässt, sind sie nicht als Arbeitstiere konzipiert. Gerade wegen der flachen Bauweise eignen sich wunderbar als Couch-Gadget. Kann Microsoft da mithalten? Schließlich bringt das iPad mit verbautem Gyroskop, Beschleunigungssensoren und Apples Airplay-Standard alles mit, um sowohl Gelegenheitsdaddler als auch Musikfans zum Kauf zu bewegen. Ob Microsoft seine Tablets im Innern ähnlich gut bestückt hat, ist nicht bekannt. Allerdings setzen die Redmonder bei der Beschallung auf Stereolautsprecher, während der Konzern aus Cupertino weiterhin einen Mono-Speaker verbaut.

Zubehör & Tastatur: Rund um das iPad hat sich eine Ökosystem von Herstellern entwickelt, die das Apple-Tablet um Features erweitern. Beliebt sind vor allem Schutzhüllen mit integrierten Tastaturen. Das weiß auch Microsoft und hat deswegen für seine “Surface”-Tablet ein Cover mit ultradünner integrierter Tastatur entwickelt. Das schaut gut aus. Allerdings ist noch unklar, ob es ein Feature wird oder von Microsoft als Zubehör vertrieben wird. Einen Stand, der auf den ersten Blick recht labil wirkt, haben die Redmonder in das Case integriert. Apple bietet die Möglichkeit, aus aus einer Reihe von Farben und Materialen sein Smart Case auszuwählen, das das Display schützt und geknickt als Stand dient. Um Gewicht zu sparen, lässt sich das magnetisch befestigte Stück Polyethuran auch einfach abnehmen.

Betriebssystem: Apple setzt auf iOS und bietet dem Nutzer damit Zugriff auf Tausende von Apps. Wer ein iPhone besitzt, kommt auf dem iPad intuitiv zurecht. Das mobile Betriebssystem greift nahtlos über Apples iCloud mit dem Desktop-Betriebssystem Mac OS. Auf seinen Tablets setzt Microsoft allerdings nicht auf sein mobiles OS Windows Phone 7, sondern auf zwei Windows-Varianten. Das ARM-Modell nutzt Windows RT, auf dem keine Windows-Software läuft, sondenr nur Anwendungen aus dem Windows Market. Erst das Intel-Modell nutzt Windows 8 und könnte damit den flachen Ultrabooks Konkurrenz machen. Ob es Microsoft mit dieser zweigleisigen Strategie gelingt, den Erfolg von Apples Appstore zu durchbrechen, werden die Käufer entscheiden.

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