E-Book-Umsätze überholen Hardcover

Publishing Neue Zahlen zum Buchmarkt in den USA belegen mal wieder, wie fundamental unterschiedlich sich E-Books dort und hierzulande entwickeln. Während das E-Book in Deutschland ein Nischendasein führt, floriert das Geschäft in den USA. Laut aktuellen Zahlen des US-Verlegerverbandes haben die Umsätze mit E-Books in diesem Jahr erstmals die Umsätze mit gedruckten Hardcover-Büchern überholt. Marktführer Amazon hatte bereits 2011 verkündet, dass er mehr E-Books als gedruckte Bücher verkauft.

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Neue Zahlen zum Buchmarkt in den USA belegen mal wieder, wie fundamental unterschiedlich sich E-Books dort und hierzulande entwickeln. Während das E-Book in Deutschland ein Nischendasein führt, floriert das Geschäft in den USA. Laut aktuellen Zahlen des US-Verlegerverbandes haben die Umsätze mit E-Books in diesem Jahr erstmals die Umsätze mit gedruckten Hardcover-Büchern überholt. Marktführer Amazon hatte bereits 2011 verkündet, dass er mehr E-Books als gedruckte Bücher verkauft.

Die neuen Zahlen der Association of American Publishers sind wichtig und beeindruckend, weil sie nicht nur die Mitteilung eines einzelnen (wenn auch sehr großen) Markteilnehmers wie Amazon sind, sondern für die gesamte Buchbranche in den USA gelten. Demnach wurden mit Hardcover-Büchern in den USA 2012 bis dato 229,6 Mio. Dollar umgesetzt, ein Plus von 2,7% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit E-Books wurden im gleichen Zeitraum 282,3 Mio. US-Dollar umgesetzt, ein Plus von 28,1%.

Mit Paperbacks (Taschenbüchern) wurde ein Umsatz von 299,8 Mio Dollar gemacht – ein Minus von 10,5% im Vergleich zum Vorjahr! Wohin führt diese Entwicklung? Drei Thesen hierzu:

1. E-Books werden in relativ kurzer Zeit in den USA mehr Umsatz machen als Hardcover und Taschenbücher zusammen.

Das ist abzusehen. Marktführer Amazon hat mit dem Kindle diese Entwicklung in der Gesamtbranche vorweggenommen. Im Juli 2010 hat Amazon in den USA erstmals mehr Kindle E-Books verkauft als Hardcover. Im Januar 2011 überholten die Kindle E-Book-Verkäufe die Paperbacks und im Mai 2011 hat Amazon mehr Kindle E-Books verkauft als Hardcover und Paperbacks zusammen. Dies wiederholt sich derzeit mit Zeitverzögerung für den gesamten Buchmarkt in den USA.

2. Paperbacks sind die großen Verlierer des digitalen Wandels der Buchbranche.

Günstige Paperbacks haben es in Konkurrenz zu E-Books noch einmal schwerer als Hardcover. Dies zeigt die Umsatz-Entwicklung in den USA deutlich. Paperbacks verlieren zweistellig, während Hardcover-Umsätze sogar noch leicht zulegen. Das E-Book ist prädestiniert für den Konsum von Unterhaltungs-Literatur, E-Book-Käufer sind preisbewusst. E-Books sind extrem mobil. Man könnte auch sagen: Das E-Book ist so etwas wie das Taschenbuch/Paperback der Zukunft. Hardcover haben dagegen als Geschenk- und Bildbände oder Sammlerstücke immer noch eine ureigene Existenzberechtigung in gedruckter Form.

3. Die Entwicklung bleibt nicht auf die USA beschränkt.

Zwar bemüht sich die Buchbranche in Deutschland mit allen Mitteln, die Attraktivität von E-Books klein zu halten und zu reden – die Vorteile von E-Books bei “Alltags”- und Unterhaltungsliteratur sowie bei Schul-Literatur sind aber derart bestechend, dass sich das E-Book mit einer gewissen Zeitverzögerung auch hierzulande durchsetzen wird.

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