„Dann erlöste uns Bumm-Bumm-Bender“

Publishing Souverän gestartet geriet die Partie Deutschland gegen Dänemark zur Zitterpartie. Und dennoch zeigt sich die deutsche Presse mit dem Sieg der Nationelf gegen die "Olsenbande" zufrieden. Während die Medien Mesut Özil Lustlosigkeit attestieren und sich freuen, dass "Prinz Poldi" wieder "pengt", überschütteten sie den neuen Rechtsverteidiger Lars Bender mit Lob, die Bild taufte ihn kurzerhand zum "Bumm-Bumm-Bender". Die Pressestimmen zum "Zittersieg" im Überblick.

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Peter Ahrens und Rafael Buschmann Spiegel Online: "Und die Torschützen hätte man sich nicht besser aussuchen können: der Jubilar Lukas Podolski in seinem 100. Länderspiel und der Startelf-Debütant Lars Bender bei seiner ersten EM. Und wieder einmal lautet Löws Bilanz am Ende des Abends: alles richtig gemacht. Wie mit der Aufstellung von Innenverteidiger Mats Hummels zu Turnierbeginn. Wie beim Festhalten an Mittelstürmer Mario Gomez vor der Partie gegen die Niederlande."

Klaus Bellstedt für stern.de: "Eigentlich hätte der Star von Real Madrid nach der erfrischenden Dusche sehr wach sein müssen. Aber im Spiel gegen Dänemark war davon hinterher nur wenig zu spüren. Vital und in Ansätzen spielfreudig war Özil eigentlich nur in der ersten Hälfte dieser Partie, die für die Deutschen trotz der zuvor eingefahrenen sechs Punkte eine Art Endspielcharakter hatte. Um ganz sicher zu gehen, durfte man schließlich nicht verlieren. Die Mannschaft gewann dann den Vorrundenabschluss bei dieser EM durch ein spätes Tor von Lars Bender (80. Minute). Und wieder war es mehr ein erarbeiteter Sieg, als eine spektakuläre Darbietung."

Handelsblatt.com
: "Das Geschehen spielte sich aber in der Regel weit entfernt von Benders zugesprochener Position ab. Die deutsche Mannschaft war überlegen, die Dänen konnten sich nur sporadisch befreien. Allerdings fehlte zunächst ein bisschen die Genauigkeit. Zunächst – denn in der 18. Minute ging es dann sehr präzise zu: Müller passte von rechts nach innen, Mario Gomez legte kurz und elegant mit der Hacke ab – und dann war Podolski da. Strammer Schuss mit rechts: 1:0."

Thomas Hummel für Sueddeutsche.de
: "Der Blick von außen auf diese deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist oft ein anderer als die Sichtweise aus der Heimat. Dort haben die Menschen das rauschende Offensivfest der WM 2010 in Erinnerung, die Feiernächte in den Testspielen gegen Holland und Brasilien, die Tormaschinerie in der Qualifikation.

Und nun bei der EM? Läuft diese Mannschaft 90 Minuten lang mühselig gegen elf Dänen an, es scheint ihr kaum was einzufallen, es gibt wenig Chancen. Kein Schwung, wenig Energie, kein Esprit. Am Ende muss der neue Rechtsverteidiger Lars Bender einen Arbeitssieg zum 2:1 retten."

Peter Hess für faz.net: "Auftrag ausgeführt, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat das Viertelfinale der Europameisterschaft als Gruppenerster erreicht. Der Leverkusener Lars Bender beseitigte mit seinem Siegtreffer in der 80. Minute zum 2:1 über Dänemark alle Zweifel. Die waren zwischenzeitlich nach dem dänischen Ausgleichstreffer durch Krohn-Dehli (24. Minute) aufgekommen. Das deutsche Team begann hervorragend und wurde durch das 1:0 von Lukas Podolski belohnt."

Kicker.de: "Auch nach dem Seitenwechsel blieb es für Deutschland ein Tanz auf der Rasierklinge, da es im Parallelspiel zwischen Portugal und den Niederlanden ebenfalls 1:1 lautete. Und fast wäre Danish Dynamite nach Wiederanpfiff der Paukenschlag gelungen, als Jakob Poulsen nur Zentimeter links vorbei schoss (51.). Dänische Chancen waren allerdings ansonsten extrem rar, da die "Olsenbande" ihre defensive Grundordnung nicht aufgab. Die Skandinavier igelten sich in der eigenen Hälfte ein und erledigten ihren Job exzellent. Die deutsche Offensive biss sich die Zähne an diesem Bollwerk aus. "

Pierre Winkler für Focus Online: "Mit drei Siegen steigt Deutschland aus seiner schwierigen Gruppe empor – doch das reicht nicht mehr. Längst liegt der Fokus auf den anderen Turnierfavoriten. Die deutsche Mannschaft will nicht nur gewinnen, sie will international anerkannt und gefürchtet werden ob ihres Stils. Noch immer steht Welt- und Europameister Spanien in der weltweiten Wahrnehmung mindestens eine Stufe über Deutschland, trotz der jüngsten spielerischen Fortschritte der Elf von Bundestrainer Joachim Löw."

Spox.com: "Als Dänemark aufgrund Portugals Führung das Risiko erhöhte, schlug die deutsche Elf mit einem schnellen Gegenangriff zu. Dänemark fehlten danach die Mittel, um nochmal zurückzuschlagen. Deutschland kontrollierte die Begegnung bis zum Schluss und fuhr den Sieg ungefährdet, wenn auch ohne Glanz, ein."

Bild.de: "Mensch, Jogi, was haben wir gezittert! Bis zur 80. Minute war es ein echtes Bibber-Spiel. Dann erlöste uns Bumm-Bumm-Bender. 2:1 gegen Dänemark. Ausgerechnet Lars Bender (23). Der Spieler mit den wenigsten Länderspielen (9). Ausgerechnet der Lückenfüller, der nur ins Spiel kam, weil Boateng gesperrt war."

Eike Kühl für Zeit Online: "Bei seiner Auswechslung hat er sie wieder ausgepackt, die Gangstafaust: Lukas Podolski bedankte sich bei seinem Kapitän Philipp Lahm und machte Platz für André Schürrle. Podolskis 100. Länderspiel war eines seiner besseren in den letzten Monaten, nicht nur weil er zur Führung traf. Das war auch nötig, weil die Dänen, die unbedingt gewinnen mussten, ein unangenehmer Gegner waren. Vielleicht nicht ebenbürtig, aber kampfstark bis hin zur Unerträglichkeit. Gerade Özil und Schweinsteiger hatten sie mit teilweiser Manndeckung aus dem vergangenen Fußballjahrhundert gut im Griff – das werden vor allem die kantigen Griechen wohlwollend beobachtet haben, die im Viertelfinale warten."

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