‚Bekomme ausschließlich positives Feedback‘

Fernsehen Nach einer Woche mit viel Hohn und Spott gehen Oliver Kahn und Katrin Müller-Hohenstein jetzt in die Offensive. Im großen Bild-Interview zeigt sich vor allem der Ex-Torhüter uneinsichtig: „Ich bekomme eigentlich ausschließlich positives Feedback, und bessere Quoten kann man fast nicht haben“. Der Titan vergisst allerdings, dass die Zuschauer fast alles ertragen würden, um die Spiele der deutschen Nationelf bei Europa- oder Weltmeisterschaften sehen zu können. Zudem hält Kahn die Scholl-Kritik an Mario Gomez für „antiquiert“.

Werbeanzeige

Kahn weigert sich, der Scholl-Argumentation zu folgen, dass dieser mit seinem „Wundgelegen“-Spruch den DFB-Stürmer zu einer noch besseren Leistung anstacheln wollten. „Mario Gomez war vor allem so motiviert, weil er eine gute EM spielen will“, sagte Kahn der Bild. Die Vorstellung, dass man Fußballer zu Topleistungen kitzeln könne, wenn man sie öffentlich anprangere, sei „antiquiert“. „Wenn der einzige Motivationsansatz das Draufhauen ist, sehe ich das fragwürdig“. Kahn gibt als Vorbild lieber die Grimme-Preis-Dekorierten Netzer-Delling-Moderationen an. Ein Vergleich, der allerdings die Leistung vom Titan und KMH nicht gerade besser dastehen lässt.
Das Gespräch macht jedoch klar, dass die Kritik an den Moderatoren nicht spurlos vorbeigegangen ist. Durch fast alle Print-Titel hindurch machte man sich über den ZDF-Fußball-Strand lustig. Zum einen „wegen des albernen Sendeorts auf einem künstlichen Usedomer Strandzipfels und wegen der Seniorenverwahrung auf nicht altersgerechten Liegestühlen am Strand davor“, wie Peer Schader im FAZ-Fernsehblog notierte. „Oder wegen der Clownhaftigkeit der beiden Moderatoren, die wie kleine Kinder zu glucksen anfangen, wenn wieder die Internet-Erklärtrulla vorbeischaut; wegen der sensationell schlechten "EM-Splitter", die die Ereignisse des Tages auflockern sollen, aber besser in die Tonne gehört hätten als ins Programm.“ Die Hamburger Morgenpost sprach vom „Insel-Irrsinn der Mainzelmännchen“ und machte Müller-Hohenstein zur „Usedomina“.
Dem antwortet Kahn mit der Bitte sich umzusehen. Die Leute hier sind froh und stolz, dass sie so etwas erleben dürfen. Wir sind in einer der schönsten Ecken Deutschlands, sehen eine tolle EM, bieten Fernsehen zum Anfassen und dennoch wird eine  absurde Diskussion geführt, die wir hier auch nicht nur einen Millimeter erleben.“
Allerdings hoffen die beiden auch wohl auf ein wenig Mitleid, wenn Müller-Hohenstein sagt: „Dazu kommt: Den Job, den Olli und ich hier leisten, den machen bei der ARD zwei Moderationsteams. Wenn ich mir vorstelle, dass wir am Ende eines Tages mit sieben Stunden Sendung noch durch die Nacht reisen müssten, wäre das bei den Inhalten, die wir beide bieten, nicht machbar.“

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige