ZDF Neo: „kein Trash, keine Langeweile“

Fernsehen Rund zweieinhalb Jahre nach dem Start von ZDF Neo ziehen die Macher eine erste Bilanz. Sie selbst sind mit dem Erreichten „zufrieden“ und vor allen auf ihre vielen Programm-Idee und Eigenproduktionen „ganz schön stolz“. Trotzdem kämpft der junge ZDF-Ableger noch immer um die Einprozentmarke im Gesamtpublikum. Für die kommende TV-Saison heißt das oberste Schlagwort Kontinuität. Dabei liegen – wie schon im Vorjahr – die großen Programm-Hoffnungen auf Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf.

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Bestes Beispiel für die gelebte Kontinuität der Mainzer ist die Beförderung von Simone Emmelius. Seit dem 1. April leitet die ehemalige Redaktionsleiterin von ZDF neo nun den Kanal, weil ihr Ex-Chef Norbert Himmler zum neuen Programmchef des Hauptsenders berufen wurde.

Angetreten war der Sender erst einmal mit zwei Zielen: ein jüngeres Publikum als das ZDF ansprechen und einen Marktanteil von einen Prozent zu erreichen. Beide Projekte, wurden noch nicht komplett umgesetzt: „Unsere Zuschauer sind im Durchschnitt rund zehn Jahre jünger als die des ZDFs“, sagt Emmelius. Für ein Programm, das vor allen die Zielgruppe 25 bis 49 bedienen will, ist das noch immer zu alt. „Dieser relativ alte Durchschnitt kommt daher, dass uns erst einmal die Menschen einschalten, die sowieso das ZDF sehen. Die große Herausforderung wird es jetzt sein junge Zuschauer für das Neo-Programm zu begeistern, die eigentlich „schon längst an der Privatversehen verloren sind“.

Bei der Berechnung des Marktanteils rechnen die Mainzer in zwei Kategorien. Zum einen betrachten sie den eigentlich relevanten Gesamtmarkt und den für sie besonders wichtigen Digitalmarkt. 2011 erreichten sie im Gesamtmarkt einen durchschnittlichen Marktanteil von 0,5 Prozent und im Digitalmarkt von 0,9 Prozent. Im Mai 2012 lagen diese Werte bereits bei 0,7 Prozent bzw. 1,2 Prozent.

Neben den Auftrag möglichst viele jüngere Menschen mit ihren Programm anzusprechen, sieht Emmelius allerdings noch einen zweiten Schwerpunkt in ihrer Arbeit: jungen Talenten und interessanten Ideen eine Experimentier-Plattform zu bieten. Leuchtturmprojekt in diesem Bereich ist sicherlich das „TV Lab“, das auch in der kommenden TV-Saison wieder seine Türen öffnen wird.

Bei allem, was die Senderchefin anpackt lässt sie sich von dem Leitsatz
leiten: „kein Trash, keine Langeweile“. Schwerpunkte sind dabei Internationale Serien wie 30 Rocks, oder Mad Men, Comedy und Late Night und vielen Factual Entertainment-Formaten.

Im Vergleich zu den meisten anderen Sendern reklamiert Emmelius ein besonderes Neo-Feeling. „Wie kaum ein anderer Sender, arbeiten wir ganz eng mit den Produzenten und Moderatoren zusammen, bis die Formate die Frische und das Niveau haben, dass wir uns vorstellen“, erklärt Emmelius. „Ein Produzent sagte sogar einmal zu mir. ‚Neo ist der einzige Sender, durch dessen Einwirken ein Format wirklich besser geworden ist’.“

In der kommenden Saison wollen die Mainzer weiterhin auf den bislang bewährten Neo-Mix setzen. So gibt es neues Serien-Formate wie „The Body Farm“ und "Scott & Bailey", neue Doku-Highlight wie „Junior Docs“, ein Reportage-Format bei dem junge Ärzte beim Berufseinstieg in einem Hamburger Krankenhaus begleitet werden, das Comeback von „Die Pyramide“ oder auch einer neuer Staffel von „neoParadise mit Joko und Klaas. Zumindest 13 Mal stehen die beiden großen Moderations-Hoffnungen noch für ZDF Neo vor der Kamera bis möglicherweise ihr neuer Exklusiv-Vertrag mit ProSieben weitere Einsätze für die Mainzer verhindert.

Vor allem bei den Sendungen mit den beiden Jungstars hoffen die Mainzer, dass viele junge Zuschauer ihr Programm neu Entdecken. Alleine die Abrufzahlen in der Mediathek zeigen, welche Zugkraft das Duo entwickeln kann. Eine neue Folge von „neoParadise“ kommt innerhalb von sieben Tagen schnell auf 80.000 bis 100.000 Abrufe.

Bislang kommt der Sender mit einem Budget von 30 Million Euro und rund 50 Mitarbeitern aus. Wie es ZDF Neo mittelfristig gelingt, die zwei Prozentmarke zu knacken, weis Emmelius genau. „Eine höhere Bekanntheit, neue erfolgreiche Formate und mehr Budget“.

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