Massenentlassung bei Computer Bild?

Publishing Nach Informationen des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) soll die Axel Springer AG die "Massenentlassung" von Mitarbeitern der Computer Bild-Gruppe planen. Von dem Vorhaben könnten bis zu 51 Mitarbeiter betroffen sein. Eine Entlassung von einem substantiellen Teil einer Belegschaft muss bei der Bundesagentur für Arbeit angemeldet werden - der drastische Begriff ist gewissermaßen technischer Natur. Mit den Mitarbeitern, die nicht wechseln wollen, werden derzeit noch Gespräche geführt.

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Die Freistellungen von 58 Mitarbeitern, die einem Teilbetriebsübergang in die Computer Bild Digital GmbH widersprochen haben, wurden dem Vernehmen nach verlängert. Bisher waren die Mitarbeiter der Gruppe, die sich nicht freiwillig auf einen Teilbetriebsübergang von der Axel Springer AG in die Computer Bild Digital GmbH einlassen wollten, bis zum 15. Juni freigestellt. Diese Freistellung soll nun bis zum Monatsende verlängert worden sein.

Gleichzeitig berichtet der DJV, die Geschäftsleitung der Gruppe wolle bei der Bundesagentur für Arbeit eine sogenannte Massentlassung beantragen. Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken forderte den Konzern auf, "die hohe fachliche Kompetenz und den Einsatzwillen der Kollegen weiter für den Verlag zu nutzen und für sie in der AG eine faire Lösung zu finden". 

Die Journalistengewerkschaft zitiert einen namentlich nicht genannten Mitarbeiter der Gruppe mit den Worten: "Wir haben teilweise seit Jahrzehnten dazu beigetragen und mit großem Einsatz den Erfolg der Marktführer Computer Bild, Computer Bild Spiele und Audio Video Foto Bild sichergestellt. Dieses Engagement mit einer Kündigung zu belohnen, ist eines Unternehmens wie der Axel Springer AG, das sich in der Öffentlichkeit stets ausgesprochen sozial gibt, nicht würdig."
Die Axel Springer AG begründet den Betriebsübergang als "wirtschaftlich notwendigen Schritt".

In der AG sind etwa 80 Mitarbeiter der Gruppe beschäftigt, für die Digital GmbH arbeiten ca. 30 Angestellte, die sich bisher um die Online-Auftritte der Titel kümmern. Der Betriebsrat Hamburg der Axel Springer AG hat bereits eine Betriebsvereinbarung zu der Ausgliederung verhandelt und abgeschlossen. Auf Facebook gibt es eine Infoseite zur Ausgliederung.

Den Mitarbeitern, die nicht in die GmbH wechseln wollen, eröffnen sich die Optionen, innerhalb des Hauses zu wechseln (soweit möglich) oder den Abschluss eines Aufhebungsvertrages zu suchen. Auch die Möglichkeit einer betriebsbedingten Kündigung steht noch im Raum. Eine formal notwendige Ankündigung einer "Massenentlassung" dürfte nicht nur die Empörung der Mitarbeiter weiter anheizen, sondern gegebenenfalls auch die Bereitschaft der Betroffenen erhöhen, einen schnellen Schnitt zu machen.

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