Facebook-Flop legt Internet-IPOs lahm

Der desaströse Börsengang von Facebook hat Folgen - nicht nur für das Social Network, sondern für die gesamte Internet-Landschaft. Social Media-Aktien sind im Sog von Facebook krachend abgestürzt, Bewertungen von privat geführten Tech- und Internet-Unternehmen sind am Sekündärmarkt eingebrochen. Ein führender Investmentstratege von Goldman Sachs sieht den Markt für Neuemissionen für Internet-Unternehmen nun gar bis auf Weiteres geschlossen.

Werbeanzeige

Der desaströse Börsengang von Facebook hat Folgen – nicht nur für das Social Network, sondern für die gesamte Internet-Landschaft. Social Media-Aktien sind im Sog von Facebook krachend abgestürzt, Bewertungen von privat geführten Tech- und Internet-Unternehmen sind am Sekündärmarkt eingebrochen. Ein führender Investmentstratege von Goldman Sachs sieht den Markt für Neuemissionen für Internet-Unternehmen nun gar bis auf Weiteres geschlossen. 
Was für einen Unterschied ein Monat macht: Exakt vier Wochen ist es her, als Facebook mit extrem viel Getöse an der New Yorker Technologiebörse debütierte. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Es hakte von der ersten, verzögerten Kursstellung an. Mehr als 25 Prozent haben Aktionäre bis heute trotz der Kurserholung der vergangenen Tage verloren – von der Erstnotiz sind es gar 33 Prozent.
Die Schockwellen erreichten reflexartig die Branche: Die Performance von Social Media-Aktien liest sich seit dem Börsendebüt von Facebook wie eine Gruselgeschichte. Groupon: 20 Prozent verloren. Zynga: Sogar um 37 Prozent rasiert. Twitter gab am Sekundärmarkt gar binnen einer Woche um 15 Prozent nach.
"Schwerer, Geld zur Finanzierung aufzutreiben"
Da ist es keine Überraschung, dass die Vordenker des Silicon Valley Alarm schlagen. Der renommierte Silicon Valley-Inkubator Paul Graham verschickte vergangene Woche an die CEOs mehrerer Start-ups die Warnung, dass wegen des Facebook-Fiaskos "schlechte Zeiten" bevorstünden. "Es dürfte schwerer werden, Geld zur Finanzierung aufzutreiben", so Graham. 
Das gilt für Finanzierungen durch Wagniskapital genauso wie für den Gang an die Aktienmärkte, wie nun auch Banken zu bedenken gibt. Anthony Noto, leitender Anlagestratege bei Goldman Sachs im Bereich Technologie, Medien und Kommunikation, zeigte auf der F.ounders-Konferenz in New York die Folgen des Facebooks-Fiaskos auf. 
Goldman Sachs-Analyst: Kein Internet-IPO bis September wahrscheinlich
"Ich glaube nicht, dass wir bis zum Tag der Arbeit" – Anfang September – "noch den Börsengang eines Internet-Unternehmens erleben. Wer jetzt an die Börse will, muss schon ein ausgewiesenes Qualitätsunternehmen sein, das kein Geschäftsmodell besitzt, das noch auf dem Prüfstand steht", zitiert Techcrunch Noto. In anderen Worten: Der Flop des Facebook-Börsengang hat das Fenster für Neuemissionen von Internet-Unternehmen bis auf Weiteres geschlossen.  
Wer jetzt Kapital von privaten Investoren benötigt, dürfte vor angeregten Gesprächen stehen: "Es dürfte schwerer werden, jetzt an Geld zu kommen – und viel teuer", erklärt Noto. "Die Multiplen für einen Exit werden neu berechnet." Keine Frage: Der Facebook-Effekt ist da – doch er wirkt exakt anders herum, als noch vor einem Monat erwartet. Statt den Internetsektor zu beflügeln, hat er eine ganze Branche in Sippenhaft genommen.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige