WWDC: Die Apple-Gewinner und Verlierer

Apple hat gestern auf seiner Entwicklermesse WWDC ein wahres Produktfeuerwerk abgebrannt: iOS 6 und Mac OS 10.8 werfen ihre Schatten voraus. Apples eigener Kartendienst Maps kommt auf die nächste Generation des mobilen Betriebssystems – und das gar als Navigationssystem. Keine Frage, dass Google und Garmin darauf an den Aktienmärkten nicht gut reagierten. Doch im Internet-Sektor gibt es auch Unternehmen, die von einer neuen Integration profitieren – ein Überblick über Gewinner und Verlierer der WWDC.

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Apple hat gestern auf seiner Entwicklermesse WWDC ein wahres Produktfeuerwerk abgebrannt: iOS 6 und Mac OS 10.8 werfen ihre Schatten voraus. Apples eigener Kartendienst Maps kommt auf die nächste Generation des mobilen Betriebssystems – und das gar als Navigationssystem. Keine Frage, dass Google und Garmin darauf an den Aktienmärkten nicht gut reagierten. Doch im Internet-Sektor gibt es auch Unternehmen, die von einer neuen Integration profitieren – ein Überblick über Gewinner und Verlierer der WWDC.

Tim Cook, Phil Schiller und Scott Forestall haben gesprochen – und der Markt reagiert reflexartig. Allerdings eigentlich so wie immer bei Apple nach Keynotes: Die Aktie schmiert ab, als könnte die Enttäuschung nicht größer sein und der wertvollste Konzern der Welt hätte gerade große Produktverzögerungen verkündet. 
Bei 588 Dollar notierte die Apple-Aktie noch eine Stunde vor dem Start der WWDC-Keynote – nur mit Mühe wurde keine vier Stunden später die 570-Dollar-Marke gehalten. 17 Dollar je Anteilsschein oder 16 Milliarden Dollar wurden somit in nicht einmal einem halben Handelstag vernichtet – aber Apple-Aktionäre sind den Kummer bereits gewohnt. "Fait accompli" nennt die Börse das Phänomen – eine vollendete Tatsache, nach der zunächst einmal die Luft heraus ist. Im Wall Street-Sprech "Buy the rumours, sell the news".

Google-Aktie auch optisch wieder hinter Apple

Am heutigen Handelstag erholte sich die Apple-Aktie dann wieder leicht mit einem Zuwachs von fünf Dollar oder knapp einem Prozent, so dass sich die Performance fast so liest, als wäre nichts gewesen. Die WWDC, ein Nonevent an der Börse?
Mitnichten! Unter der Oberfläche brodelte es gewaltig  – nur eben nicht beim mit Abstand wertvollsten Konzern der Welt. Der Erzrivale Google indes bewegt sich auffällig konträr: An einem Handelstag, an dem die Technologiebörse Nasdaq um mehr als ein Prozent zulegt, im negativen Terrain zu schließen, spricht eine deutliche Sprache.

Maps-Aus: Google verliert 200 Millionen Apple-Nutzer 

Erstmals seit zwei Monaten ist der wertvollste Internetkonzern der Welt nun auch wieder numerisch hinter Apple an der Börse zurückgefallen: Nach Abschlägen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen notieren die Anteilsscheine von Google bei nur noch 565 Dollar, während Apple bei 576 Dollar gehandelt wird. 
Die Schwächephase kam mit Ankündigung: In der vergangenen Woche sickerte durch, dass Apple ernst machen und nach jahrelangen Vorbereitungen auf seinem neuen mobilen Betriebssystem einen eigenen Kartendienst anbieten würde. Die Folge: das Aus von Google Maps bei über 200 Millionen iPhone- und iPad-Besitzern. 

"Apple versucht nun wirklich Google zu killen"

Obwohl Google Maps nun nicht als der große Umsatzbringer bekannt ist, ist die Signalwirkung beträchtlich: "Apple versucht nun wirklich Google zu killen", so das martialische Fazit des Blogkonglomerats Business Insider des früheren Star-Internetaktienanalysten Henry Blodget. 
Das liegt nach Einschätzung des Business Insiders aber weniger am Launch des eigenen Kartendienstes als vielmehr an der Verbindung mit dem persönlichen Sprachassistenten: "Wer glaubt, dass Apple hier mit Siri aufhört, muss verrückt sein. Apple baut mit Siri seine eigene Suchmaschine. Es versucht Google Schritt für Schritt von uns fernzuhalten", so das US-Techportal. Entsprechend verhalten reagierten Investoren  gestern – Google-Aktionäre traten den geordneten Rückzug an. 

Garmin schmiert ab, TomTom und Yelp gefragt

Doch es gab in Reaktion auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC noch weitaus größere Verluste an den Kapitalmärkten: Der Navigationsgeräte-Hersteller Garmin kam nach der Apple-Keynote um acht Prozent unter die Räder. Der Grund: Der iPhone- und iPad-Hersteller launcht den Kartendienst Maps  in der nächsten iOS-Generation selbst mit Navigationssoftware, die wiederum auf Daten des Konkurrenten TomTom basiert. Die Folge: Die Aktie der Holländer zog heute dagegen in der Spitze um 16 Prozent an!
Doch es gab noch andere Apple-Profiteure: Der Empfehlungsdienst Yelp wird Apples neuen Kartendienst maßgeblich mit Kurzbewertungen von Lokalitäten aufwerten, was Anleger mit Aufschlägen von nochmals vier Prozent goutierten: Seit den Tiefs Anfang Juni hat der Börsenneuling um fast 40 Prozent an Wert gewonnen, allein am Freitag zog das Papier um fast 15 Prozent an. "Da hat wohl jemand rechtzeitig von der Sache Wind bekommen", merkte der  Business Insider kritisch an.

Apple verhilft Facebook zu kleinem Börsencomeback

Und noch ein anderer Internetdebütant, dem man es zuletzt kaum mehr zugetraut hatte, profitierte von Apple: Ausgerechnet die Facebook-Aktie konnte die Technologiebörse Nasdaq in den vergangenen zwei Handelstagen abhängen – die tiefere Integration in iOS 6 werteten Anleger zumindest als positive News. 
Vom bisherigen Allzeittief in der vergangenen Woche hat sich die Aktie des weltgrößten Social Networks inzwischen um sieben Prozent entfernt. Nach drei katastrophalen Wochen an der Börse dürften sich Facebook-Aktionäre zumindest über diesen Hoffnungsschimmer freuen.

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