FAZ kündigt Paywall im Web an

Publishing In einem Interview mit dem Fachmagazin Wirtschaftsjournalist, hat FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan die Einführung einer Paywall für das Online-Angebot FAZ.net angekündigt: "Es gibt noch keinen Zeitplan, aber wir beschäftigen uns natürlich intensiv mit dem Thema und werden den Schritt zu einer Bezahlpflicht möglichst bald machen." Die FAZ folgt damit dem Beispiel der Schweizer Neuen Zürcher Zeitung, die bereits eine gestaffelte Paywall nach Vorbild der New York Times einführt.

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Wann die Bezahlschranke bei der Online-FAZ kommen wird und wie sie aussieht, das sei laut Trevisan noch unklar. Im Interview mit dem Wirtschaftsjournalist sagte er: "Das Thema ist populär, dabei gerät manchmal in Vergessenheit, dass eine Paywall für sich genommen noch keine Strategie ist. Für die FAZ sind Bezahlinhalte Teil einer Qualitätsstrategie. Und wie die genau aussieht, diskutieren wir gerade."

Trevisan fordert, dass die Online-Inhalte eine genauso hohe Qualität haben müssen, wie die der gedruckten Zeitung. Nur dann könne eine Paywall erfolgreich sein. Damit liegt er ebenfalls genau auf der Linie der neuen Online-Strategie der NZZ. Auch in der Werbevermarktung will der FAZ-Mann stärker auf Qualität statt Quantität setzen: “Wir sind heute in einem Geschäft, das sich am Massenmarkt orientiert. Dafür haben wir als Qualitätstitel nicht die besten Voraussetzungen. Das können andere wie T-Online oder Bild.de besser. Die Werbepreise im Netz werden von den Großen bestimmt. Das führt zu unattraktiven Dumpingpreisen in der Onlinevermarktung."

Gerade erst hat die FAZ ihre Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Der Umsatz der Gruppe stieg um 1,9 % auf 276,5 Mio. Euro. Die FAZ erwirtschaftete einen Überschuss von 19,3 Mio. Die Aussichten fürs laufende und nächste Jahr sind aber eher mäßig. Eine Paywall könnte da Teil einer Zukunftsstrategie für die Frankfurter sein.

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