Economist: Hoffnung für Print-Magazine

Publishing Das britische Magazin The Economist hat gute Nachrichten für die Print-Branche: “Print is not dead” - “Print ist nicht tot”, schreiben die Wirtschaftsexperten vom Economist in ihrer aktuellen Ausgabe. Die frohe Botschaft gilt freilich vor allem für (Nischen-Magazine und neue Geschäftsmodelle abseits klassischer Anzeigen und Vertriebserlöse, weniger für gedruckte News-Medien und Tageszeitungen. Immerhin: 2011 wurden in den USA mehr neue Magazine gegründet als eingestellt.

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Die Association of Magazine Media (MPA) will zudem herausgefunden haben, dass die Leserschaft von Magazinen schneller wächst, als das Publikum für TV und Tageszeitungen, auch bei den jungen Leuten. Ein weiterer Vorteil der Magazine: Sie haben keine Klein- und Stellenanzeigen, deren Geschäftsmodell durch das Internet in Frage gestellt wird und sie bleiben länger im Regal.

Auch Burda-Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen kommt in dem Economist-Stück zu Wort. Er wird mit der Aussage zitiert, dass Magazine für Marken-Bildung nach wie vor essentiell seien. Der Blick geht dabei freilich nicht nur in die satten Märkte der nördlichen Halbkugel, sondern auch in die so genannten “Emerging Markets”, die aufstrebenden Märkte. So wird das mit Abstand stärkste Wachstum für Print-Magazine in den nächsten Jahren in Lateinamerika vorhergesagt – basierend auf Prognosen der Unternehmensberatung PriceWaterhouseCoopers, die wie üblich bei solchen Glaskugeleien mit Vorsicht zu genießen sind.

Als eine mögliche Methode, wie Magazine künftig Geld jenseits traditioneller Anzeigen und Vertriebserlöse einnehmen könnten, nennt der Economist als Beispiel, dass Reisemagazine “tracken” könnten, ob Leser Urlaubsreisen, über die berichtet wurde, tatsächlich buchen. Das Magazin könnte dann vom Reiseveranstalter eine Provision einstreichen. Burda-Mann Kallen findet das gut: “Ich bezeichne das als Werbung. Was viele Leute als Werbung bezeichnen, geht definitiv zurück. Aber Werbung in einem weiteren Sinne tut das nicht.” Wobei es nicht ganz einfach sein dürfte, bei solchen Geschäftsmodellen die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit von Print-Medien aufrecht zu erhalten. Sonst wird aus „Werbung im weiteren Sinne“ schnell die böse „Schleichwerbung“.

Auch Konferenzen, Events, Kooperationen mit Rabatt-Websites und Magazine zu erfolgreichen TV-Programmen werden vom Economist als mögliche Erfolgsfaktoren für Print-Magazine angeführt. Und: Nischenprodukte. Als Beispiel nennt der Economist das französische Reportage-Magazin XXI, das ohne Anzeigen auskommt, keine Texte online stellt, und ausschließlich in Buchläden verkauft wird. Und die deutsche Auflagen-Rakete Landlust! Das britisch-trockene Fazit des Economist: “So lange es Coffee Tables gibt, werden die Leute etwas wollen, was sie darauf legen können.”

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