Werbemarkt: Viele Print-Klassiker verlieren

Publishing 3,7% weniger hat die Publikumszeitschriftenbranche in den ersten fünf Monaten des Jahres mit Werbung umgesetzt. Das sagen zumindest die Brutto-Zahlen der Forscher von Nielsen. Besonders ein paar Klassiker verloren noch deutlicher. So führen die Bild am Sonntag und der stern die Verlierer-Flop-Ten an, auch Für Sie, Bunte, Brigitte und Hörzu finden sich dort. Am deutlichsten zulegen konnte von Januar bis Mai hingegen überraschenderweise der Focus, dahinter folgen die TV-Supplements rtv und prisma.

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308 Titel verloren laut Nielsen im Vergleich zu den Monaten Januar bis Mai Brutto-Werbeumsatz, 208 konnten zulegen. Immerhin 18 Magazinen gingen dabei mehr als 1 Mio. Euro verloren. So büßten Bild am Sonntag und stern sogar 5,63 Mio. und 5,51 Mio. Euro ein, TV Movie, Für Sie, Bild der Frau und Bunte mehr als 4 Mio. Vor allem bei TV Movie und Für Sie sehen diese Zahlen dramatisch aus, bedeuten sie doch einen Brutto-Werbeumsatz-Verlust von 22,5% bzw. 24,4%.

Mehr als 1 Mio. Euro hinzu gewonnen haben im Wertungszeitraum nur sechs Publikumszeitschriften. Vorn liegt dabei erneut der Focus, dessen Plus allerdings gegenüber dem April wieder etwas schrumpft. Betrug es nach den ersten vier Monaten 2012 noch 15,9%, sind es nun 11,4%. Grund ist ein leicht rückläufiges Mai-Ergebnis. Ebenfalls deutlich zulegen konnten rtv, prisma, Grazia, Das Haus und die Sport Bild, die 2011 noch zu den großen Verlierern gehörte. Womöglich profitiert sie etwas von der Fußball-EM und passenden Werbekampagnen.

Die beiden größten Verlierer bleiben dennoch auf den Rängen 1 und 2 des Gesamt-Rankings: 55,03 Mio. Euro setzte der stern brutto mit Anzeigen um, 53,61 Mio. die Bild am Sonntag. Von hinten rückt Der Spiegel allerdings immer näher: Mit 50,49 Mio. und einem deutlich geringeren Minus von 1,0% belegt er Platz 3. Zulegen konnten auf den ersten 25 Plätzen der Liste neun Titel: Neben dem Focus sind das u.a. noch freundin, Auto Bild und Wirtschaftswoche. Die größten prozentualen Verlierer in der ersten Hälfte der Top 50 heißen Für Sie, TV Movie und TV 14.

Auf den Rängen 26 bis 50 folgen fünf weitere Titel mit einem Verlust von mehr als 10%: Petra, Hörzu, myself, TV Hören und Sehen und Eltern. Allerdings ist das Verhältnis zwischen Verlierern (13) und Gewinnern (12) hier deutlich ausgeglichener. Zudem haben auch fünf Titel mehr als 10% zugelegt: Grazia, Freizeit Revue, Zeitmagazin, prisma Gesamt Ost und Geo.

Wie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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