iOS 6: Analysten wittern das Facebook-Phone

Publishing Der Star der viel diskutierten der Keynote auf der Apple-Entwicklermesse WWDC war zwar das neue Macbook Pro mit Retina-Display, doch die Analysten scheinen vor allem von Cupertinos Plänen mit dem mobilen Betriebssystem iOS angetan zu sein. Mit der tiefen Integration des weltgrößten Social Networks mutiere das iPhone zum “Facebook-Phone” - ein klares Plus im Kampf gegen Googles Betriebssystem Android, so die Meinung der Wall Street. Damit hätte Apple die Weichen für kräftiges Wachstum gestellt.

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Wie schon zuvor mit Twitter hat Apple sein Betriebssystem für iPhone, iPad und iPod touch eng mit Facebook verzahnt. Einmal eingeloggt können Nutzer ab Herbst aus dem Browser, dem Kartendienst und dem Game Center sowie iTunes heraus Statusmeldungen veröffentlichen. Der Benachrichtigungsdienst Notification Center wurde für Facebook überarbeitet, um direkt auf Facebook Meldungen publizieren zu können. Ferner sollen Events aus dem Social Network mit dem Kalender synchronisiert werden.

Der renommierte Analyst Gene Munster von Piper Jaffray prognostiziert laut AppleInsider ein Wachstum im Smartphonemarkt von aktuell 23 Prozent auf 33 Prozent in 2015. Die enge Verzahnung mit dem weltgrößten Social Network sei ein Schritt hin zu einer klaren Distanzierung von Googles Android-Betriebssystem.

Mit dieser Einschätung ist er nicht allein. Brian Marshall von der ISI Group vermisste bei der Vorstellung der neuen Hardware Steve Jobs’ Präsentationstalent. Alles in allem sei die Keynote aber recht solide gewesen. So würden die Neuerungen bei Macbook Air und Macbook Pro für Wachstum im Computermarkt sorgen. Die neuen Funktionen von iOS 6, darunter auch das neue Maps-Feature, untermauern laut Marshall Apples Vorreiterrolle im Mobilsegment.

Mark Moskowitz von J.P. Morgan sieht in Passbook eine zentrale Neuerung mobiler Bezahlsysteme. Aber auch das Macbook Air sei mit seinen überarbeiteten Spezifikationen klar distanziert von der Masse der Ultrabooks der Konkurrenten.

Morgan Stanleys Katy Huberty lobt Apples China-Strategie und sieht darin gute Wachstumschancen. So soll in der neuesten Version des Betriebssystem Mountain Lion die beliebte Suchmaschine Baidu stärker integriert werden, auch die Texteingabe für chinesische Nutzer wurde optimiert, und der Sprachassistent Siri lernte Chinesisch.

Den leichten Kursrückgang nach der Keynote erklärt Analyst Alex Gauna von JMP Securities damit, dass schon ein Großteil vorgestellten Produkte vorab bekannt war. Die große Überraschung, etwa ein iPhone 5 oder das viel diskutierte iPad mini, blieben aus. Apple hätte demnach gut performt, aber keine Begeisterungsstürme bei Nutzern und Anlegern bewirkt.

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