Gizmodo: 20 Dollar für ein Zuckerberg-Foto

Publishing Mit der Änderung der Nutzungsbedingungen hat Facebook sich offenbar den Groll eines großen Techblogs zugezogen: Gizmodo hat als Reaktion auf die ausgeweitete Speicherung von Nutzerdaten kurzerhand den “Summer of Zuck” ausgerufen. Für jedes Foto von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bietet die Redaktion 20 Dollar Kopfprämie. Der Firmenchef soll schließlich auch mal am eigenen Leib erfahren, wie es sich ohne Privatsphäre so lebt. Die Aktion stößt in der Szene auf Unverständis, trägt aber erste Früchte.

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So tauchten bereits Bilder von Zuckerberg auf, die ihn und seine Ehefrau Priscilla Chan zeigen. Gizmodo hatte als Direktive ausgegeben, dass es sich bei den Einsendungen nur um aktuelle Aufnahmen aus diesem Sommer handeln dürfe.
Allerdings geizt der Milliardär, der das Konzept der Privaptshäre für überholt hält, in seinem Social Network mit Informationen über seine Person. So können andere Nutzer ihm keine Freundschaftsanfragen schicken, Bilder abseits von öffentlichen Auftritten gab es bislang kaum.

Das Social Network hatte nach einer Abstimmung, bei der nur 0,04 Prozent der geforderten Nutzer teilgenommen hatten, eine Änderung der Nutzungsbedingungen verkündet. Statt der geforderten 30 Prozent der über 900 Millionen Nutzer hatten nur rund 343.000 User abgestimmt. Datenschützer hatten dem Unternehmen vorgeworfen, den Wahlvorgang nicht transparent gemacht zu haben.

Aus diesem Grund will Gizmodo nun zurückschießen – vielmehr seine Nutzer zurückschießen lassen. Der Blog warnt zwar vor jeglichen Paparazzo-Taktiken, allerdings mutet die Aktion schon wie eine Hetzjagd an. TechCrunch kritisiert derweil, dass auch Zuckerberg ein Recht auf Privaptshäre hätte. Im Blog selbst nehmen die Nutzer den Aufruf zum “Sommer of Zuck” gemischt auf. Während die einen dem jungen Milliardär sein Recht auf Privatsphäre einräumen, glauben andere, dass ein gehöriger “Schluck seiner eigenen Medizin” nicht schaden könnte.

Regelmäßigen Bildblog-Lesern dürfte die Aktion der US-Blogger bekannt vorkommen. Denn bereits Ende 2006 hatten die Berliner unter der Schlagzeile „Fotografiert Kai Diekmann!" dazu aufgerufen, den Bild-Chef Kai Diekmann zu fotografieren. Das Bildblog startete die Aktion als Reaktion auf die Bild-Leserreporter.

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