Die Alltime-Quoten-Charts der Fußball-EM

Fernsehen Vor zwei Jahren wurde bei der Fußball-WM eine Schallmauer durchbrochen: Erstmals sahen mehr als 30 Mio. Leute eine TV-Sendung, 31,10 Mio. waren es beim Finale gegen Spanien. Schon bei der EM, die am Freitag beginnt, könnte diese Marke noch einmal erreicht werden, denn bereits 2008 saßen fast 30 Mio. bei einem EM-Spiel vor den Fernsehern. MEEDIA hat recherchiert und die zehn erfolgreichsten Matches der EM-Historie ausgegraben - mit überraschenden Ergebnissen.

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Unsere Reise durch die EM-Historie beginnt im Juni 1976. Erstmals übersprang ein Europameisterschaftsmatch die 20-Mio.-Marke: 25,27 Mio. sahen damals im Ersten das EM-Finale gegen die CSSR, das durch den legendären Fehlschuss von Uli Hoeneß im Elfmeterschießen verloren ging und als "Nacht von Belgrad" in die Geschichte einging. Ein Zuschauerrekord, der für EMs bis in die 1990er Jahren unerreichbar bleiben sollte.

Das zweite der insgesamt 13 Spiele, das die 20-Mio.-Marke übersprang, folgte schon vier Jahre später bei der EM 1980: Diesmal gewann das deutsche Team zum zweiten Mal nach 1972 den Titel, 23,64 Mio. Fans saßen beim Endspiel gegen Belgien vor den heimischen Fernsehern. Nach dem Vorrunden-Aus bei der EM in Frankreich 1984 war es die Euro 1988, die zum dritten Mal mehr als 20 Mio. Zuschauer lockte: Das Halbfinale gegen die Niederlande, das kurz vor Schluss durch ein Tor von Marco van Basten verloren ging, fand im Ersten 21,64 Mio. Zuschauer.

Anschließend war wieder eine EM Pause mit Rekordquoten: Obwohl Deutschland 1992 im Finale stand – und es sensationell gegen Dänemark verlor – verfehlte das Spiel die 20-Mio.-Marke knapp. 1996 hingegen war es dann soweit: Der 20 Jahre alte Rekord aus der "Nacht von Belgrad" wurde geknackt. Deutschland gewann die EM durch Oliver Bierhoffs Golden Goal im Finale gegen Tschechien – und 28,44 Mio. waren dabei. Bis dahin hatte es nur eine TV-Sendung mit mehr Zuschauern gegeben: das WM-Finale 1990 mit 28,66 Mio.

2000 gab es erneut keine Quotenrekorde, Deutschland schied mit nur einem Punkt in der Vorrunde aus. Mit der EM 2004 stieg die Euphorie allerdings so sehr, dass zum ersten Mal in der Euro-Geschichte ein Spiel ohne deutsche Beteiligung mehr als 20 Mio. Zuschauer lockte. Nachdem bereits 23,57 Mio. und 24,08 Mio. die beiden deutschen Vorrundenspiele gegen die Niederlande und Tschechien gesehen hatten, das deutsche Team aber wie schon 2000 in der Vorrunde ausschied, war es der Sensationssieg für Griechenland gegen Portugal, den 24,74 Mio. im ZDF verfolgten. Das reicht immerhin für Platz 7 der Alltime-EM-Charts.

2008 dann die EM der Rekorde. Ausgetragen in der Schweiz und Österreich stieg das EM-Fieber der Deutschen auf neue Rekordwerte. Alle sechs Spiele der deutschen Elf schafften den Sprung über die 20-Mio.-Marke, eins stellte den gültigen Alltime-Rekord auf – und es war nicht das Finale. In der Vorrunde sahen schon 23,82 Mio., 22,77 Mio. und 27,96 Mio. die Matches gegen Polen, Kroatien und Österreich. Das Spiel gegen Österreich ist damit das erfolgreichste Vorrundenspiel überhaupt. Das Viertelfinale gegen Portugal verfolgten mit 27,67 Mio. fast identisch so viele Fans, das Halbfinale gegen die Türkei war dann der Hit überhaupt: 29,46 Mio. sahen das Spiel, angeheizt durch die positive Stimmung zwischen Deutschen und Türken, die in Deutschland zusammen feierten. Da konnte das Endspiel gegen Spanien dann nicht mehr mithalten: 28,05 Mio. sahen die deprimierende Niederlage.

Schon am Samstag wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das nächste EM-Spiel mit mehr als 20 Mio. TV-Zuschauern stattfinden: Deutschland spielt gegen Portugal. Ob es neue Rekorde gibt, vielleicht sogar eine 30 vor dem Komma – das hängt vom Abschneiden der deutschen Mannschaft ab.

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