WAZ: Fligge wird Redaktions-Botschafter

Publishing Der WAZ-Umbau geht weiter: Kaum ein Medienkonzern hat sich in den vergangen sechs Monaten – zumindest Personell – derart gewandelt. Seit dem Petra Grothkamp die Mehrheit bei dem Essener Konzern übernommen hat, baut sie Stück für Stück das Management um. Wie Newsroom nun berichtet, schied Ulrich Hölscher offenbar zu Mai aus. Zudem wird Frank Fligge, bislang stellvertretender Chefredakteur der Westfälischen Rundschau, Berater von Geschäftsführer Manfred Braun und erster Ansprechpartner für alle Journalisten des Verlages.

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Hölscher galt als höchst loyaler Zahlenmensch, der seit fast 30 Jahren der WAZ die Treue gehalten hatte. Zuletzt kümmerte er sich in der Geschäftsleitung um die Koordination, Steuern und Recht. Laut Newsroom hat er "das Haus in beiderseitigem Einvernehmen" und mit unbekanntem Ziel verlassen.
In wieweit die Demission von Hölscher in einem Zusammenhang mit der Verpflichtung von Thomas Ziegler steht, ist noch unklar. Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass die Essener Ziegler als neuen Chief Financial Officer von der Metro-Gruppe verpflichten.

Die Idee, einen starken Finanzchef zu installieren, hatten die WAZ-Gesellschafter bereits vor einiger Zeit. Weil sich die Geschäftsführer Christian Nienhaus und Bodo Hombach immer wieder in die Quere kamen, sollte ein CFO quasi als ausgleichendes Element zwischen den beiden Alpha-Managern wirken. Gleichzeitig wäre ein CFO dringend nötig, um eine Umstellung des Unternehmens auf eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KgaA) zu wuppen.

Auf die zweite Personalie wird die Branche mit großem Interesse schauen. Denn, dass Geschäftsführer Manfred Braun sich gerade Fligge als Berater an seine Seite holt, damit hätten nur wenige gerechnet. Bislang arbeitete das WAZ-Eigengewächs als Stellvertretender Chefredakteur bei der Westfälischen Rundschau. Sein Nachfolger wird der bisherige Redaktionsleiter der WR Lars Reckermann.

Fligge scheint besonders für das Braun-Konzept zu stehen, dass Lokale künftig zu stärken. Seit einigen Wochen richtet die WAZ deshalb bereits in NRW seine Redaktionsstrukturen neu aus. Teil dieses Konzeptes ist auch der Umbau der regionalen Web-Portale, bei denen die Dachmarke DerWesten zugunsten der lokalen Brands wie WAZ, oder WR aufgegeben wurde.

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