SPD 2.0: Partei plant digitale Ortsvereine

Publishing Die Hamburger SPD plant eine kleine Online-Revolution. So will Bürgermeister Olaf Scholz auf dem Landesparteitag am Samstag eine Internet-Initiative starten, die Vorbildcharakter für die gesamte Bundespartei haben könnte. Kernpunkt: Die Sozialdemokraten sollen künftig digitale Distrikte gründen dürfen. Die Web-Gruppen dürfen, wie auch die Offline-Mitglieder eigene Delegierte zu den Parteitagen entsenden. Das Projekt ist die wohl erste sinnvolle Antwort einer etablierten Partei auf den Erfolg der Piraten.

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"Wir wollen, dass in der SPD neue Formen der Beteiligung angewandt werden", sagte Olaf Scholz dem Hamburger Abendblatt. Zum Start soll erst einmal in jedem der sieben Hamburger SPD-Kreisverbände ein eigener digitaler Distrikt eingerichtet werden. So sollen nach dem Willen des Politikers Ortsverbände entstehen, „die ihr Parteileben hauptsächlich in der Internetwelt organisieren und praktizieren".

Den Erfolg der Piraten interpretiert Scholz offenbar auch als ein klares Zeichen, dass sich viele Menschen gerne in Partei- bzw. Politik-Arbeit engagieren wollen, sie von den trägen Offline-Strukturen allerdings abgeschreckt werden. "Viele, die in die SPD eintreten, wollen gern mitmachen und sich aktiv in die politische Diskussion einbringen", sagte der SPD-Chef dem Abendblatt. "Das Internet kann ein stärkeres Engagement erleichtern."

Scholz gilt als Politiker mit einem großen medienpolitischen Interesse und einigen Ambitionen. So setzte er bereits 2009 auf das Thema Neue Medien und auch nach seiner Wahl zum ersten Bürgermeister machte er das Thema Medienpolitik zur Chefsache. Seit dem sich abzeichnet, dass Kurt Beck seinen Posten als Chef der gemeinsamen Rundfunkkommission der Länder abgeben könnte, wird über Scholz als möglichen Nachfolger Kandidaten spekuliert.

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