Facebook lässt Groupon und Zynga abstürzen

Das Desaster für Social Media-Aktien an der Wall Street hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Im Zuge des immer weiteren Kursverfalls der Facebook-Aktie taumeln auch Zynga und Groupon tiefer und tiefer. Alle drei Börseneulinge markierten gestern im Gleichschritt neue Allzeittiefs. Nach Kursverlusten von in der Spitze mehr als 70 Prozent hat Groupon nun ein Niveau erreicht, mit dem Gründer Andrew Mason wohl nicht mehr gerechnet hat – das Rabattportal ist inzwischen weniger wert als bei Googles Kaufofferte 2010.

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Das Desaster für Social Media-Aktien an der Wall Street hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Im Zuge des immer weiteren Kursverfalls der Facebook-Aktie taumeln auch Zynga und Groupon tiefer und tiefer. Alle drei Börseneulinge markierten gestern im Gleichschritt neue Allzeittiefs. Nach Kursverlusten von in der Spitze mehr als 70 Prozent hat Groupon nun ein Niveau erreicht, mit dem Gründer Andrew Mason wohl nicht mehr gerechnet hat – das Rabattportal ist inzwischen weniger wert als bei Googles Kaufofferte 2010. 
Die Demütigung für Facebook-Aktionäre geht in die nächste Runde: So gnadenlos wie zuvor kein Wall Street-Analyst ging Carlos Kirjner von Sanford C. Bernstein & Co gestern mit dem weltgrößten Social Network ins Gericht. Seine Empfehlung für Besitzer von Facebook-Aktien: untergewichten bzw. verkaufen. Kursziel: 25 Dollar. 
So tief hatte noch kein renommiertes Bankhaus der Wall Street den Kurs der bis zum Börsengang hoch gewetteten Facebook-Aktie eingeschätzt. "Es fällt schwer Gründe zu finden, warum jemand die Aktie derzeit besitzen sollte", so das ziemlich vernichtende Urteil von Kirjner. 
Facebook-Aktie: 30 Prozent in zweieinhalb Wochen vernichtet
Die Folge: An einem positiven Handelstag rutschte die Facebook-Aktie gegen Markttrend erneut ab und schloss knapp drei Prozent schwächer bei nur noch 26,90 Dollar – auf einem neuen Allzeittief. Damit hat die Facebook-Aktie seit dem Börsengang vor zweieinhalb Wochen mittlerweile fast 30 Prozent an Wert verloren.
Ein schwacher Trost für gebeutelte Facebook-Aktionäre: Besitzern von anderen Social Media-Aktien geht es noch schlechter. Papiere von Zynga, das mit seinen Online-Spielen immerhin schon 12 Prozent von Facebooks Umsätzen generiert, brachen gestern um fünf Prozent ein. Seit dem IPO im vergangenen Dezember sitzen Anleger auf Verlusten von 43 Prozent – in der Spitze gingen gar 65 Prozent verloren.
Zynga und Groupon: Vom Top zwischen 65 und 72 Prozent verloren
Noch härter hat es Anteilseigner von Groupon getroffen. Das hochgehypte Schnäppchenportal, das Aktionären am ersten Handelstag noch kurzfristig Gewinne von mehr als 50 Prozent beschert hatte, liegt bei gerade mal noch 8,95 Dollar mehr als 55 Prozent unter Ausgabekurs und gar 71 Prozent unter den Höchstkursen. 
Entsprechend ist der Börsenwert der einstigen Social Media-Stars mittlerweile zusammengeschmolzen wie Butter in der Sommersonne: Zynga ist gerade mal noch vier Milliarden Dollar wert, Groupon weniger als sechs Milliarden Dollar.
Groupon inzwischen weniger wert als bei Googles Offerte
Damit hat das Schnäppchenportal, das am ersten Handelstag  noch kurzfristig an der 20 Milliarden Dollar-Marke kratzte, eine Bewertungsschwelle erreicht, die Altaktionäre und vor allem Gründer Andrew Mason aufschrecken lassen dürfte. Mit einer Marktkapitalisierung von nur noch 5,78 Milliarden Dollar ist Groupon an der Börse plötzlich weniger wert als zum Zeitpunkt der Kaufofferte durch Google
Das war Ende 2010 der Fall. 18 Monate später steht die Frage im Raum, ob das einstige Shootingstar besser verkauft hätte. "Groupon ist inzwischen so viel wert wie beim Übernahmenangebot durch Google. Das heißt aber nicht, dass Andrew Mason und der Aufsichtsrat dumm gehandelt hätten", gibt das Blogkonglomerat Business Insider zu bedenken. 
Eine langwierige Kartellprüfung hätte den Deal auch scheitern lassen und Groupon im Wachstum behindern können. Doch je tiefer die Aktie fällt, desto größer dürften die Gedankenspiele werden. Den Nachweis der Profitabilität muss Groupon schließlich immer noch erbringen.

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