Vorkötter gibt Chefredaktion in Berlin ab

Publishing Uwe Vorkötter wird die Chefredaktion von Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau abgeben. Eine entsprechende Meldung von kress.de wurde aus dem Verlagsumfeld in Berlin bestätigt. Eine offizielle Stellungnahme vom Verlag M. DuMont Schauberg gibt es aber bisher nicht. Vorkötter ist maßgeblicher Architekt einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Zeitungen in Berlin und Frankfurt. Was Vorkötter künftig macht - noch unklar. Am Freitag will der Verlag in Köln eine Erklärung abgeben.

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Die Redaktion der Berliner Zeitung schien die Spekulation um einen Abschied von Uwe Vorkötter nicht ganz unvorbereitet zu treffen. Gegenüber MEEDIA sagt ein Redakteur, Vorkötter habe zuletzt ohnehin mehr interne Aufgaben im Verlag M. DuMont Schauberg übernommen. Die Redaktionszeiten hätten sich entsprechend reduziert. Am Mittwoch tagte nun der Redaktionsausschuss der Zeitung mit Geschäftsführer Michael Braun und DuMont-Vorstand Franz Sommerfeld. In dieser Runde sei die Ablösung Vorkötters besprochen worden.

Vorkötter führt die Redaktionen von Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung als "primus inter pares" gemeinsam mit Brigitte Fehrle (Berliner Zeitung) und Rouven Schellenberger (Frankfurter Rundschau). Fehrle ist auch Chefin der DuMont Redaktionsgemeinschaft – einer Truppe von Autoren und Reportern, die für verschiedene DuMont-Zeitungen schreiben. Die Produktion der überregionalen Seiten von Berliner Zeitung und FR läuft seit dem vergangenen Jahr in Berlin. 

Den Plan für eine weitgehende Zusammenarbeit zwischen den Verlagen in Berlin und Frankfurt hatte Vorkötter bereits 2009. Zwischen 2002 und 2006 war der Journalist Chefredakteur der Berliner Zeitung, damals im Besitz von Gruner+Jahr. Dann wollte der Holtzbrinck-Verlag die Berliner Zeitungen kaufen, scheiterte aber am Kartellamt und reichte den Verlag an den Finanzinvestor David Montgomery weiter. Kurze Zeit darauf verließ Vorkötter die Redaktion – er lehnte den Einstieg Montgomerys von Beginn an ab.

Montgomery musste den Berliner Verlag samt Hamburger Morgenpost nur wenige Jahre später aus Geldnot wieder verkaufen – und Neu-Besitzer und Verleger Alfred Neven DuMont holte Vorkötter zurück nach Berlin. Der arbeitete mittlerweile ohnehin bereits für ihn – als Chef der Frankfurter Rundschau. Der ging (und geht) es finanziell miserabel – und Vorkötter entwarf weitgehende Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Dafür erntete er bei seinen Redakteuren nicht nur Lob. Die Zusammenlegung von Ressorts wurde vielfach negativ gesehen – Redakteure machten sich Sorgen um die Identitäten ihrer Blätter. 

Ob die Zeitungen nun wieder stärker organisatorisch getrennt werden sollen – unklar. Nach dem großen Aufwand, der bis dato getrieben wurde, erschiene ein solcher Schritt nicht nachvollziehbar. Am Freitag will der Verlag eine Stellungnahme abgeben. 

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